06.03.18

 

der countdown läuft wieder. nur noch wenige tage bis das spring-team wieder in richtung tansania abhebt. am sonntag wurde das restliche gepäck (2x23kg an materialien pro person) aufgeteilt. caterinas und lázlós wohnzimmer wurde kurzzeitig in eine lagerhalle für medizinalbedarf verwandelt und dank ihrer gastfreundschaft waren wir kulinarisch mal wieder mehr als verwöhnt. besonders haben wir uns auch über ein wiedersehen mit lydia gefreut. auf unsere cheforganisatorin vor ort müssen wir diesmal leider verzichten da sie noch einige zeit in der schweiz verbringt. sie konnte uns nochmasl auf den neuesten stand bringen, von ehemaligen patienten erzählen und alles über die immer komplexer werdende bürokratie (ja auch dort...) erklären. wir sind also gespannt ob wir alle mühsam gesammelten dokumente richtig ausgefüllt und eingereicht haben. aber wir stossen erstmal auf einen guten einsatz an und freuen uns riesig. hakuna matata...

 

10.03.18

liebe grüsse aus dem flugzeug. wir sind kurz vor dem start, alle gepäckstücke wurden akzeptiert (wenn auch teils komisch beäugt). morgen früh geht es dann weiter von daressalam nach mbeya. derinlandsflug wurde leider verschoben, sodass wir erst montag morgen die ersten patienten sehen werden. bis dahin... safari njema 

 

12.3.18

 

karibu! (herzlich willkommen)

 

mit diesem ausruf wurden wir am flughafen mbeya gestern herzlich in empfang genommen und ins spital begleitet. zeit, das basisvokabular swahili nochmals kurz aufzufrischen... ein paar floskeln und höflichkeiten der nationalsprache haben wir geübt damit wir schon einmal bei der begrüssung einen guten eindruck machen. wichtig ist allerdings nicht nur der alltags-smalltalk für ein gutes gelingen. „polepole!“ - „langsam, vorsicht!“ (... im umgang mit den neuen laborgeräten) wirft lazlo nebenbei ein (ja da spricht jemand aus und mit erfahrung). das lieblingswort der anästhesisten ist wohl jenes, das auch die yogis nicht müde werden zu predigen: „pumua!“ breathe! oder einfach: schnuuuufe!

allzu weit kommen wir natürlich nicht mit unseren paar vokabeln. wir sind froh, dass sich immer jemand zur verfügung stellt, der uns beim übersetzen hilft. der chirurg jacob hat uns bereits zwei patienten vorgestellt, die lazlo und eliane am nächsten tag planen zu operieren.

 

eine dritte patientin müssen wir leider ablehnen. sie hat einen seit 6 monaten wachsenden ca 10cm grossen tumor am hals und bereits stridor und heiserkeit entwickelt. genauere diagnostik wurde bisher nicht durchgeführt und das operationsrisiko wäre zu hoch. wir empfehlen ihr für die weitere abklärung nach daressalam zu reisen. sie weiss nicht ob sie das geld für alles zusammenbekommt...

 

zum schluss machen wir noch einen orientierenden rundgang mit jacob durch das spital und besichtigen die neuen räumlichkeiten der geburtshilfe und neonatologie. 4.8 kinder bringt eine frau in tansania im schnitt zur welt. kein wunder, dass es in den nächsten wochen für unsere gynäkologin caterina hier viel zu tun geben wird.

vorbereitungen abgeschlossen, heute gehts also richtig los

 

13.03.18

 

résumé des ersten spital-tages: erfolgreich. auf der chirurgischen seite wurden 22 patienten untersucht und 2 operiert. das programm für die restliche woche verspricht spannend zu werden. ohne die viele bildgebende diagnostik die wir von zu hause gewohnt sind kommt doch manchmal die ein oder andere überraschung hervor. die gab es heute schon auf der gynäkologie als dort zum ersten mal ein ultraschall bei einer patientin in der 32. schwangerschaftswoche gemacht wurde. dass der bauch recht ausladend war hatten sie wohl gemerkt aber... hoppla... es sind zwei!!! die patientin konnte es kaum fassen und hat lauthals gejubelt. aber wie in jedem spital sind freude und tränen nahe beieinander. viele der neugeborenen auf der station haben teils keine gute prognose nicht zuletzt weil mittel und knowhow fehlen. es gibt viel zu tun...

 

14.03.18

 

let’s get it started... schon am zweiten op-tag ist der ablauf etwas swiss-like geworden. wir starten die erste op nach einem team timeout bei dem vor schnitt nochmal alles gecheckt wird. richtiger patient für richtige op? funktioniert alles? sind die wichtigsten geräte in den steckdosen mit dem wenigsten wackelkontakt angeschlossen? dann kann es losgehen. ein mann, der seine sehr prominente schilddrüse loswerden möchte ist unser erster patient. intraoperativ stellt sich heraus, dass der befund noch grösser ist als gedacht und weit bis unter das brustbein reicht. zudem blutet es stark. und dann ist auch noch der Strom weg und die diathermie zur blutstillung fällt aus. auf beiden seiten ist ein bisschen anspannung spürbar aber keiner macht den anderen nervös. der strom ist schnell zurück und nach einigen eiligen ligaturen die lage wieder etwas entspannter. zum glück, das anästhesie team muss nämlich kurz nach nebenan zu einem reglosen baby, das gerade per sectio entbunden wurde und nicht atmet. oft werden die neugeborenen „der natur“ überlassen. noch hatte es einen guten puls, von uns wird es einige minuten beatmet, abgesaugt, beatmet... bis es dann doch kräftig schreit. wir sind happy und die mutter des kleinen jungen offensichtlich auch... 

 

zurück zu der schilddrüse. es blutet nach wie vor stärker als uns allen lieb ist aber es scheint alles gut beherrschbar zu sein. nach fast 4 stunden ist die 350mg schwere schilddrüse raus und mit ihr ein zusätzlicher unabhängiger knoten, von dem wir noch nicht wissen was es genau ist. im op sind immer wieder zahlreiche mitarbeiter auch aus anderen abteilungen des spitals, die neugierig und interessiert sind was hier so läuft. und nachdem natürlich auch hier keiner mehr einen schritt ohne sein smartphone tut wird schon bald unsere mitgebrachte musikbox gekapert und es wird zu afrikanischern playlists zu ende operiert. der ein oder andere titel wird am ende noch ausgetauscht und kommentiert und einige wippen gemeinsam im takt mit. musik verbindet irgendwie immer... auch im op.

 

 

15.03.18

 

heute morgen ist unser letztes team-mitglied stefan mit seiner frau silvia gut gelandet. obwohl es eine kurze nacht war, ist stefan gleich voll im einsatz. zehn patienten warten bereits auf ihn, davon einige mit seltenen erkrankungen, die man bei uns zulande nicht findet. silvia steht caterina auf der gynäkologie zur seite. hier ist der frust gross weil die versorgung der schwangeren nach wie vor unzureichend ist. ein ultraschallgerät zur bestimmung des gestationsalters steht zur verfügung, wird aber leider nicht benutzt. es weiss also keiner so genau wann es an der zeit ist, eine geburt einzuleiten oder eine sectio zu planen. zudem ist viel zu wenig personal vorhanden um sich um die vielen patientinnen und die neugeborenen zu kümmern. teilweise ist kein mitarbeiter in rufweite obwohl es eilig wäre.

 

im op sind wir froh, dass die geplanten patienten pünktlich erschienen sind. die zusammenarbeit klappt gut und auf der chirurgie und anästhesie wird viel geteacht. heute wird nicht bis spät operiert weil wir zum „swiss dinner“ eingeladen haben. also schnell alles aufräumen und die küche unserer unterkunft stürmen. caterina hat alles organisiert und koordiniert und ein mediterranes menü vorbereitet. es kommen einige mitarbeiter aus dem spital 

und es findet ein reger austausch beim gemeinsamen essen statt. und wie könnte es anders sein... noch bevor wir das toblerone mousse servieren werden fünf diensthabende ins spital gerufen.

 

 

16.03.18

 

keiner der für den op geplanten patienten ist erschienen. lászló wird schon nervös weil er angst hat, es gibt nichts zu tun. weit gefehlt. während wir auf visite durch die stationen gehen und eliane sich um verbandswechsel und wundversorgungen kümmert, tauchen immer mehr akten wie aus dem nichts auf und wir finden doch noch beschäftigung für (mindestens) den ganzen tag. einen mann mit fortgeschrittenem hodentumor und ein kind mit verbrennungen am ganzen körper müssen wir weiter verweisen. stattdessen werden 3 kinder mit teils komplexen frakturen operiert. und so geht es doch noch bis 8 uhr abends. Wir sind langsam ko und freuen uns aufs wochenende und auch die tansanier sind fix und fertig. Normalerweise endet ein arbeitstag hier um 15:30 uhr. zum endspurt wird nochmal die musik aufgedreht und dann ist feierabend.

 

vor stefans gefühlt 2qm grossem sprechzimmer standen die patienten den ganzen tag schlange. einige können beruhigt werden, weil eine medikamentöse therapie für ihre beschwerden zur verfügung steht. andere müssen in ein grösseres spital zur behandlung weiter geschickt werden. 

 

 

 

17.03.18

 

karibu zur wochenendausgabe unseres blogs. zeit nochmal „ahsante sana“ zu sagen. vielen dank! an alle die noch dabei sind und diejenigen, die uns bei unserem abenteuer hier unterstützen. im voraus waren schon unheimlich viele leute involviert, die uns beim zusammentragen des materials geholfen und grosszügig gespendet haben. wir können bereits nach einer woche sagen: es wurde schon alles gut eingesetzt und mit grosser dankbarkeit entgegen genommen.

 

hier mal ein kurzer blick hinter die kulissen: was tun wir eigentlich wenn wir nicht gerade im spital sind? wir wohnen alle im sogenannten „icc- ifisi community center", einer einrichtung in gehdistanz des spitals. dieses gehört zur kooperation unseres projekts. wir bekommen hier kost und logis frei. die anreise und nebenkosten trägt jedes teammitglied selbst. abends läuft hier alles sehr familiär ab. nach und nach finden sich alle beim gemeinsamen abendessen ein und jeder erzählt, was er so erlebt hat. wir tauschen erfolge und frustrationen, ideen, motivationen, pläne aus. zum ritual gehört auch, die malaria-prophylaxe gemeinsam bei einem malzhaltigen getränk einzunehmen.

 

dieses mal ist das wohl jüngste mitglied aller zeiten dabei. eliane, die seit dem ersten einsatz jedes jahr in tansania ist, hat ihren 5-monatigen sohn mitgenommen. und weil sie oft lange zeit im op steht ist auch ihre mama mitgereist. wie sich herausstellt ist die ganze familie mehr als afrika-tauglich und das kleine baby (mtoto) ist nicht nur bei uns sondern auch bei den einheimischen der star.

 

den samstag morgen haben wir noch im spital bei visite und trouble-shooting verbracht. leider hat keines der beiden am ellenbogen operierten kinder wie besprochen einen gips erhalten. dadurch haben sich die frakturen wieder leicht verschoben. eine vermeidbare enttäuschung, nachdem das ergebnis so gut gelungen war. (trotz fehlendem material, ohne röntgen im op, ohne klimaanlage bei 30 grad, zeitweise ohne strom und damit auch ohne sauerstoff,...)

 

aber wir hatten auch zwei sehr schöne begegnungen. ein zufällig anwesender besucher wurde von stefan als ehemaliger patient erkannt. vor 3 jahren wurde er von christoph operiert, als er eine schwere knochenentzündung am bein hatte. er ist sehr zufrieden und hat alles gut überstanden. die noch grössere überraschung war eine patientin des letzten jahres, die eine sehr schwere eitrige tuberculose der lunge hatte. damals konnte alles drainiert werden und inzwischen ist die frau wieder so fit, dass sie ihrem mann bei der arbeit in einer gärtnerei helfen kann.

 

am nachmittag sind wir noch über den nahegelegenen markt geschlendert bevor wir bei dem chirurgen dr. jacob nach hause zum essen eingeladen waren. seine frau hatte wunderbares traditionelles essen für uns vorbereitet. ein schöner spaziergang vorbei an zebras, impallas und riesenantilopen führt uns zurück ins icc.

 

                                                                       3 jahre später...

 

 

19.03.18

 

90 zu 10 oder 10 zu 90. was bedeuten diese zahlen?

 

in der schweiz verwenden wir gefühlt 90% unserer resourcen für die diagnostik. unzählige abklärungen und bildgebungen werden vorgenommen bis wir dann die letzten 10% für die therapie aufwenden. hier in ifisi ist das verhältnis umgekehrt. es wird sehr wenig abgeklärt (labor? vielleicht einmal ein hämoglobin-wert. röntgen? höchstens ein einziges bild. ultraschall? selten). auf grund der geschichte des patienten und der einfachsten untersuchungen wird direkt die wahrscheinlichste diagnose behandelt. das funktioniert bei einfachen diagnosen gut (bsp. lungentzündung). bei komplexeren krankheitsbildern geht dies oft nicht. es fehlen die möglichkeiten. aus diesem grund wurde in der kardiologie das projekt echokardiographie – herzultraschall gestartet. nachdem wir ein qualitativ erstklassiges herzultraschallgerät vor einem jahr nach ifisi bringen konnten haben wir begonnen, die leute vor ort auszubilden. wir starteten mit 2 wochen crashkurs und 100 untersuchungen im märz 2017, ab da dann erfolgte fernteaching per email. bis märz 2018 haben die lokalen ärzte vor ort (rachel, eine englische grundversorgerin und martin, der afrikanische medizinische direktor) gegen 300 untersuchungen selbständig durchgeführt, wovon 100 zusätzlich über email durch stefan in zürich supervisiert wurden.

 

dadurch konnte die diagnosegenauigkeit bei herzklappenfehlern und herzmuskelerkrankungen deutlich gesteigert werden, was eine entsprechende anpassung der therapie zur folge hatte. medikamente wurden umverordnet und patienten teils ins 800km entfernte daressalam weiterverwiesen. ziel des jetzigen aufenthaltes war die verfeinerung der untersuchungstechnik bei rachel und die rekrutierung eines zusätzlichen arztes für die ausbildung im herzultraschall. mit dr gerald kalinga haben wir die ideale person gefunden: er ist jung und motiviert, spricht gut englisch, liest viel nach, ist sozialkompetent.

 

in den ersten 3 tagen hat er bereits seine ersten 20 untersuchungen unter direkter supervision von stefan durchgeführt. dass grösstenteils ganz andere diagnosen als in der schweiz gefunden werden, ist nicht weiter erstaunlich. die patienten sind hier im durchschnitt ca. 25 jahre alt, da sieht es bei uns in zürich schon anders aus.

 

diagnosen? angeborene herzfehler, welche bei uns in aller regel schon in den ersten lebensjahren operiert werden, findet man hier bei 30 jährigen frauen, welche bereits 2 normale geburten hinter sich haben. oder hat jemand noch die diagnosen der endomyokardfibrose (eine fortschreitende erkrankung der innersten schicht der herzwand) oder eine entzündung der mittelgrossen arterien im ganzen körper (takayashu-ähnlich) noch präsent aus dem studium? die klappenfehler nach rheumatischem fieber sind dabei schon alltag. und was können wir therapeutisch unternehmen? wie in der schweiz kann bei den meisten kardiologischen patienten die therapie alleine mit medikamenten vorgenommen werden. diese sind auch in tanzania gut erhältlich, meist aus indischer produktion. dank genauerer diagnostik können die richtigen medikamente in der richtigen dosierung verabreicht werden. tönt banal, ist es aber in keiner weise. auch in der schweiz nicht. ärzte vor ort können durch ihre neuen skills nun auch den krankheitsverlauf exakter verfolgen und entsprechende anpassungen in der therapie vornehmen. meist funktioniert das gut. ausser der patient hat gerade kein geld, muss auf dem feld arbeiten und kann nicht zur kontrolle kommen, oder die strasse aus dem dorf (7h busfahrt) ist in der jetzigen regenzeit blockiert.

 

unserem ziel einer selbständigen kardiologischen basisdiagnostik inklusive ekg und herzultraschall kommen wir trotz allen missständen mit jedem aufenthalt etwas näher. nach dem motto: ein grosser schritt vorwärts, mindestens zwei kleine schritte wieder zurück. wir geben aber nicht auf.

 

 

20.03.18

 

kurzfassung des heutigen tages: der (inzwischen normal gewordene) wahnsinn. caterina rotiert zwischen 20 schwangerschafts-ultraschalluntersuchungen und 13 kindern auf der neugeborenen station, bei denen sie auch noch sämtliche routine-kontrollen selbst durchführt weil zu wenig personal anwesend ist. die sauerstoff-plätze reichen nicht für alle aus, nebenbei wird ein frühchen reanimiert, verordnungen für nahrungszufuhr errechnet und und und... eigentlich bräuchte es mindestens drei ärzte mehr um allen gerecht zu werden.

 

gleichzeitig haben wir auch im op unerwartet kleine patienten. während jacob und morris ihre ersten eigenen hernien-operationen unter aufsicht durchführen wird uns ein 6 monate alter junge gebracht, der einen fremdkörper im rachen hat und zunehmend schlechter luft bekommt. noch bevor es richtig kritisch wurde haben wir es geschafft einen 2x2cm grossen bleistiftspitzer herauszuholen. im saal nebenan wird noch ein akuter darmverschluss operiert und fast das gesamte personal ist beschäftigt. alle versuchen an verschiedenen orten auszuhelfen, da freut sich die anästhesistin auch einmal für die hebamme einspringen zu dürfen.

 

 

21.03.18

 

„ein mann allein kann das boot nicht zum meer tragen“ sagt ein tansanisches sprichwort. den aufruf zum teamwork haben wir verstanden. und auch wir haben uns gefreut, dass heute unerwartete unterstützung vor der tür stand. fast täglich haben wir nun über die missstände vor allem auf der geburtshilfe und neonatologie diskutiert und nach lösungen gesucht. heute war die mitarbeiterin einer deutsch-tansanischen organisation, die ablegerin der unicef ist und sich genau diesem problem annimmt, vor ort. sie analysieren die lage in verschiedenen spitälern der region und versuchen zu substituieren was möglich und sinnvoll ist. auch sie sagen, dass es vor allem an personal mangelt. für die neonatologische station ist in ifisi derzeit eine einzige pflegerin zuständig, die teils auch noch die grösseren kinder betreut. eigentlich wäre eine pflegekraft pro 2 patienten nötig. mithilfe von etwas equipment, teaching und volontären waren in anderen spitälern schon erfolge durch die organisation zu verzeichnen. im rahmen des projekts konnte in einem spital der region die kindersterblichkeit von 45 auf 22 pro monat reduziert werden. für „unser“ spital ist noch lange nichts entschieden aber wir hoffen, dass sie auch hier etwas aufbauen können und freuen uns auf eine gute zusammenarbeit.

 

 

22.03.18

 

ein langer tag für das op team. unser jüngster patient, der 3-jährige paolo hat seit gestern zwar keine leistenhernie mehr aber dafür einen kleinen bluterguss, denn man operativ ausräumen muss. das programm zieht sich etwas in die länge und eliane und lászló geben vollgas. geschätzt 100 ligaturen werden hier für die grossen schilddrüsen gesetzt. die schwierigkeit besteht neben allen äusseren umständen, an die das eingespielte duo längst gewöhnt ist, darin, das ergebnis an die postoperativen möglichkeiten anzupassen. eine komplette entfernung wäre chirurgisch einfacher und kosmetisch besser, setzt aber eine lebenslange hormonbehandlung  voraus, die hier nicht durchgeführt wird. also muss ein kleiner (hoffentlich) funktionsfähiger rest im zystischen gewebe gefunden und belassen werden. gemeinsam mit den tansanischen chirurgen arbeiten sie sich schritt für schritt vorwärts.

 

auf der anästhesie trägt das teaching langsam früchte. der pfleger, den wir die letzten zwei wochen über begleitet haben wird immer sicherer im umgang mit den medikamenten und den geräten. sie haben hier nur ein jahr ausbildung und sind dann für alles zuständig was so anfällt. nach bestem wissen und gewissen wird verabreicht was zur verfügung steht. ohne hintergründe von anatomie, physiologie und pharmakologie zu kennen ist es nicht so einfach aber es fehlt natürlich auch ein gewisses risikobewusstsein. die meisten eingriffe (kaiserschnitte und eingriffe an der unteren extremität) führen sie in spinalanästhesie durch. dabei haben wir in den zwei wochen wert darauf gelegt, dass die frauen alle sauerstoff und wenn nötig kreislaufunterstützung bekommen. dass das für das ungeborene kind wichtig ist, war ihnen nicht bewusst. sauerstoff wird via konzentrator aus strom erzeugt (kostet also quasi nichts) und die nötigen medikamente stehen zur verfügung und werden jetzt (zumindest solange wir hier sind) genutzt.

 

gestaunt haben wir allerdings, als wir bemerkt haben, dass es für eine laparotomie, eine offene bauchoperation am darm hier auch keine vollnarkose gibt. auch wenn das schmerzempfinden der patienten hier lange nicht so ausgeprägt zu sein scheint... es gibt sicher angenehmeres. 

 

nachdem die letzte op vorbei war haben sich alle gemeinsam zu einem afrikanischen abendessen getroffen. unsere tansanischen kollegen haben sich herzlich für unseren aufenthalt bedankt und uns grosszügig beschenkt. handgemachte körbe und taschen für die frauen und masai-tücher für die herren. steht ihnen zweifelsohne.

 

 

24.03.18

 

entschuldigung für die blog-unterbrechung, das internet war uns nicht immer gewogen.

 

der frühlingseinsatzt ist zu ende, heute morgen waren wir zum letzten mal auf visite und hatten ein abschlussgespräch mit vertretern aus jeder abteilung um die arbeit der letzten zwei wochen zusammenzufassen. das feedback beider seiten ist insgesamt positiv, die stimmung war sehr freundlich und kollegial und vor allem für das teaching waren alle sehr dankbar. wir wissen aber auch, dass es noch viel zu tun gibt und die pläne für die nächsten einsätze laufen schon...

 

wir machen uns auf den weg vom heissen mbeya ins kalte zürich und fügen noch fotos und eindrücke hinzu sobald die verbindung wieder besser ist.

nochmals ahsante sana!

 

 

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30.05.2018 endlich haben wir das promo video von michael auf unserer webseite veröffentlichen können. es gibt in 02:56 minuten einen kurzen einblick in unsere aktivitäten. schau rein ...

24.03.2018 am samstag, den 07.04.2018 findet die gv und unser jahrestreffen statt. zur planung ist eine anmeldung erforderlich. weitere details findet ihr hier...

23.03.2018 unser anästhesist christoph schubert ist auch buchautor.  wer gerne brass musik hört und bei witzigen schwarz humorigen geschichten schmunzeln will, der soll sich den  25.03. 2018 dick in die agenda eintragen! hier mehr...

06.03.2018 direkt zum tagebuch märz 2018...lesen sie, wie sich das team auf den einsatz vorbereitet und begleiten sie uns virtuell mit nach afrika...zum blog

01.03.2018 im frutigländer wurde ein artikel über den einsatz von marika schmidt im speziellen und unser projekt im allgemeinen publiziert. hier gehts zum zeitungsartikel...

17.02.2018 das team für den spring einsatz 2018 hat sich formiert und macht sich bereit. mehr hier...

03.12.2017 gestern fand der traditionelle weihnachtsmarkt statt. auch wir waren dabei ...

28.10.2017 nun ist es soweit: das herbstteam 2017 setzt sich in marsch. alles weitere im aktuellen blog hier...

10.10.2017 bald ist das fellowship für die zwei gäste aus tanzania vorbei. hier geht es zu ihrem "abschiedsbrief":

03.09.2017 nun sind sie da! heute morgen früh sind dr martin mbwile und sein kollege dr. jacob mbembela in zürich kloten gelandet für ihr mehrwöchiges fellowship im waidspital. hier geht's direkt weiter zum blog...

25.08.2017 auch dieses jahr möchten wir unseren gästen aus tanzania einiges über uns und unser land zeigen. wer sich weiter darüber informieren und mitmachen will, klickt hier und ab geht's zum doodle...

24.08.2017 im der aktuellen ausgabe vom virus, der personalzeitung des des spitals bülach ist ein interessanter artikel über die erfahrungen von caterina bezüglich der geburtshilfe in ifisi erschienen. hier geht's direkt zum artikel...

25.08.2017 am 03. september ist es soweit, dr. martin mbwile und dr. jacob mbembela werden in kloten landen um sich im rahmen eines fellowships unseres projektes einige wochen in schweizer spitälern gezielt weiterzubilden. mehr dazu findest du hier...

15.06.2017 am 5. juli werden lászló veréb und stefan christen einen fotovortrag im waidspital halten. so sieht's aus...

26.04.2017  der verein ist online! anmeldungen für mitglied- und gönnerschaften werden ab sofort entgegengenommen. da geht's lang...

23.04.2017  jetzt ist's offiziell: seit heute ist "zurich-meets-tanzania" ein verein...mehr

25.03.2017 happy landing! spring team ist wieder da. alles ok! hier sind die bilder...

05.02.2017  das spring team hat sich formiert und rollt richtung startlöcher...mehr

27.11.2016 unsere zwei neuen spendenprojekte sind online! vielen dank für eure hilfe...mehr