tagebuch märz/april 2015

21.03.2015


früh morgens trifft sich das team am flughafen zürich. während ein teil schon am vorabend eingecheckt hat, machen das andere jetzt. Mit dem gepäck gibt es keine grösseren probleme und bald sind alle ihre grossen eishockey-taschen los. wegen den langwierigen sicherheitskontrollen wird es am schluss noch richtig knapp und wir treffen etwas verspätet am gate ein. der swiss flug nach dar es salaam ist angenehm. nach einem kurzen zwischenstopp in nairobi, wo ein grossteil der passagiere das flugzeug verlässt, treffen wir pünktlich um 2100 uhr lokalzeit in dar es salaam ein. die landung ist ziemlich hart, nun sind alle wieder wach und auf betriebstemperatur… die einreiseformalitäten gehen sehr rasch und auch auf das gepäck müssen wir nicht lange warten. lydia wartet schon auf uns, sie ist extra nach dar es salaam geflogen um uns abzuholen. Es giesst in strömen, es ist ja auch regenzeit. wir packen unsere 20 taschen und das hangepäck in den kleinen bus und finden selber nur noch knapp platz. es folgt ein kurzes nachtessen in unserer unterkunft und dann schleppen sich alle müde ins bett und schliessen das moskitonetz.


22.03.2015

 

schon kurz nach 0400 uhr klingelt wieder der wecker. für ein frühstück bleibt keine zeit, es geht gleich wieder los zum flughafen. beim einschecken für unseren inlandflug nach songwe hat uns lydia auf fastjet gebucht. um bei der gepäckabgabe keine gewichtsprobleme zu haben müssen wir etwas nachhelfen. mit dem fuss wird die waage bei jedem gepäckstück ein wenig entlastet… kleinere probleme gibt es dann nur bei der sicherheitkontrolle. egil hat einige platten und schrauben im handgepäck, was gar nicht geht. also gehen lydia und christoph zurück zum check-in. da unser gepäck schon weg ist, werden wir einfach durch die hintertür zu unserem gepäck geführt, wo wir die sachen dann verstauen können, unkompliziert und rasch. unser start verzögert sich ein paar minuten weil ein vogelschwarm kaum von der startpiste zu vertreiben ist. mit einem modernen airbus a-319 gelangen wir so in einer guten stunde flug zu unserem ziel.

in songwe werden wir von einem neuen grossen spitalbus und einer delegation vom spital erwartet. so terffen wir susi, dr. kimaro und dr. khamisi wieder. njenjema ist natürlich auch da und rahel king, welche sich schon im vorfeld rege mit stefan bezüglich der kardiologischen patienten ausgetauscht hat. nach der begrüssung fahren wir zu unserer unterkunft im icc und nun wird sofort das private gepäck von unseren hilfsgütern gertennt. diese werden gleich wieder verladen und weiter zum spital gefahren. nun gibt es frühstück gefolgt von einer kurzen besprechnung und etwas ruhe. schon vor 1300h sind wir im spital und fangen an die instrumente und das verbrauchsmaterial zu verstauen. Es sind an die 300kg die „verarbeitet“ werden müssen. Im op warten schon einige unserer alten freunde auf uns, die wiedersehensfreude ist auf beiden seiten gross! am nachmittag sehen wir, aufgetrennt in zwei gruppen erste patienten. Während sich eliane und ruben vor allem um die strumen kümmern, sehen sich egil, ruben und christoph die traumapatienten an. beide gruppen werden von unserem anästhesie-team unterstützt. So können die patienten gleich für die op eingeplant werden. Dieses effiziente vorgehen hat sich schon bei userem letzten einsatz sehr bewährt.

von der trauma seite her sind wir fast enttäuscht, wir sehen fast keine frischen verletzungen, nur infekte, fehlverheilte brüche und auch patienten mit degenerativen problemen. darauf angesprochen, grinst mich dr. kimaro an und meint, die normalen traumata versorge er halt selber, die bräuchte er nicht für uns aufzusparen…! eigentlich stellt das unserem projekt ein gutes zeugnis aus, die nachhaltigkeit zeigt sich schon am ersten tag. einige patienten mit fehlbildungen oder degenerativen hüftbeschwerden müssen wir ablehnen, da fehlt uns das richtige equipment und zu teil auch das know-how, vor allem bei den kinderorthopädischen problemen.

am abend kommen einige repräsentanten von der mission und vom spital zum essen. es folgt eine gegenseitige vorstellung. Es wird gelacht und die nächsten tage vorbesprochen. Früh verabschieden sich unsere tansanischen freunde, was uns auch zu gute kommt, denn alle sind hundemüde …

 


23.03.2015


heute morgen gehen wir zuerst alle zur kurzen morgenandacht. dort trifft sich traditionellerweise jeden morgen ein teil des spitalpersonals vor arbeitsbeginn. wir nutzen die gelegenheit um uns offiziell "anzumelden". danach starten wir mit vollgas in den klinikbetrieb. stefan ist gleich auf und davon und beginnt gleich mit der herzultrschalluntersuchung von ausgewählten patienten von rachel king. er bekommt da krankheitsblder zu sehen, die er von europa her fast nicht kennt. die richtige diagnose ist der erste schritt zu einer erfolgreichen behandlung. ob das aber überhaupt und in welchem ausmass hier möglich ist, wird sich noch zeigen.

während wir gestern nicht so viele patienten gesehen haben, kommen sie heute in scharen. so sind wir neben dem op-betrieb voll eingedeckt mit arbeit und unsere op-ücher füllen sich zunehmend. im verbandzimmer bekommen wir eindrückliches zu sehen: schwere verbrennungen bis über 25%, durch die verbrennungen zerstörte gelenke mit offen liegenden knochen und natürlich wieder etliche infekte. leider sind auch etliche kinder betroffen...

auch caterina ist schon voll im schuss und kümmert sich um gynäkologische probleme, der andrang ist gross und auch den ersten kaiserschnitt hat sie heute schon gemacht.



 

24.03.2015

 

heute ist ein langer tag. alle sind den ganzen tag im op-betrieb beschäftigt, kurze pausen gibt es während den wechseln. besonders eindrücklich und berührend ist ds schicksal eines 18-jährigen patienten, welcher vor zwei wochen wegen einem unterchenkelbruch hier in ifisi mit einem marknagel und drahtcerclagen versorgt wurde. auf den röntgenbildern zeigen sich an sich schöne verhältnisse, der nagel wurde trotz fehlender röntgenmöglichkeit im op gut eingebracht, die achsen sind schön rekonstruiert. leider hat sich ein infekt entwickelt, an mehrern stellen eentleert sich eiter, mehrer fisteln haben sich gebildet. wir planen eine entfernung des nagels, eine reinigung der unde mit entfernung des toten gewebes inklusive nicht mehr durchbluteter knochenanteile sowie eine stabilisierung mit einem fixateur externe. während der op zeigt sich sber ein initial wohl unbemerkt abgelaufenes kompartmentsyndrom. die ganze muskulatur ist abgestorben und zeigt keine funktion mehr. schrittweise wird das geschädigte gewebe abgetragen. ein erhalt des unterschenkels ist hier aufgrund der desolaten weichteilsituation und dem tiefen infekt nicht mehr möglich. da wir aber noch nicht mit dem patienten über diese möglichkeit gesprochen haben, können wir den unterschenkel nicht gleich amputieren. wir werden versuchen müssen den patienten und seine familie zu überzeugen damit wir die amputation bald durchführen können. 

 

25.03.2015

 

pünktlich um 0800 uhr sind wir im spital. heute werden wir noch vom neuen administrator begrüsst, der uns bestens bekannte goodluck ist ja leider nicht mehr hier in ifisi. während unsere anästhesie crew auf die ersten patienten wartet und diese dann für die operation vorbereitet, gehen die chirurgischen teams auf visite auf die verschiedenen abteilungen. zum glück ist peetra immer noch da, eine krankeenschwesteer aus basel, welche nun ausch schon länger hier arbeitet. sie übersetzt, erklärt und hilft uns immer auch mit den verordnungen. ohne sie wären wir aufgrund der sprachlichen probleme ziemlich aufgeschmissen…

eliane und laszlo spulen ihr übliches programm mit grosser routine ab. ruben und christoh kennen ihren eersten patienten schon vom letztenmal. damals haben sie ihm bei einem tiefen infekt mit ausgebliebener knochenheilung und ausgerissener platte am oberarm nach schussverletzung mit oberarmbruch den infekt saniert. die weichteile sind in der zwischenzeit schön abgeheilt und es ist . zu keiner erneuten eiterung gekommen. dr. kimaro hat vor einigen monaten den fixateur externe ebenfalls entfernt. geblieben ist allerdings das störende falschgelenk (pseudarthrose). das möchte der patient nun saniert haben. der patient ist schon auf dem op-tisch, aber leider kann kein sicherer venöser zugang gelegt werden. somit ist keine anästhesie möglich und somit auch keine operation… der patient wird deshalb unverrichteter dinge wieder aauf die abteilung zurückgeschoben. eer scheint dann auch die lust an einer operation für den moment verloren zu haben. er geht nach hause und lässt ausrichten, dass er sich das nächstemal wieder melden wird. auf ein wiedersehen also …

 

26.03.2015

 

eigentlich wollten eir heute noch die secondary school in songwe besuchen, doch das op-programm lässt einen früheren arbeitsschluss kurzfristig zu. deshalb müssen wir den besuch auf morgen freitag veerschieben. egil und ruben operieren heute eine frische offene unterschenkelfraktur – eine richtige abwechslung nach den vielen infekten und älteren fehl vehrheilten brüchen der letzten beiden tage. sie säubern den bruch, entfernen das tote gewebe und stabilisieren den bruch mit einem externen fixateur in einer anatomischen stellung. wenn alles gut geht wird der bruch so ohne weitere operation ausheilen. auch im verbandszimmer erleben wir ein kleines erfolgserlebnis. die meisten unserer operierten patienten mit infekten zeigen deutlich beessere wundverhältnisse, andere müssen wir morgen wieder in den op nehmen für ein erneutes wunddebridement.

auch eliane und laszlo erleben heute eine abwechslung. was als struma gedacht war stellt sich schlussendlich als eine eitrige mediane halszste heraus, ein embryonales überbleibsel …

am abend dann steigt das „traditional swiss dinner“. wir haben extra bratwürste und rösti mitgebracht. elvire und stefan kümmern sich um die zwiebelsauce mit dem einheimischen koch. dieser kennt nun sogar den ausdruck „zwibelesoose“ im breitesten berndeutsch. wir haben alle eingeladen, die im spital oder auch von der mission mit uns zu zun haben. im gegensatz zum letztenmal als wir raclette mit etwas zwiespältigem erfolg servierten, hoffen wir mit bratwurst und rösti auf ungeteilte begeisterung unter unseren einheimischen freunden …

 

27.03.20115

 

bereits vor sieben uhr treffen wir uns alle vor unseren zimmern, alle ausser nicolino… gemeinsam klopfen wir an seine türe und als er verwundert öffnet, singen wir ihm ein ständchen zu seinem geburtstag, „happy birthday“, nicolino! nach dem frühstück teilt sich unsere gruppe. während eine hälfte wie gewohnt der täglichen routine folgt  und um acht uhr im spital mit der visite und den ersten beiden operationen beginnt, besuchen die anderen die songwe secondary school. diese schule wurde von der mission erst kürzlich gebaut. aktuell leben und studieren in dieser boarding scool rund 280 schüler vom siebten- bis zum zwölften schuljahr. sechss schuljahre (primary school) sind in tansania pflicht, nachher folgt die (nicht obligate) secondary school auch als vorbereitung für die universität. obwohl die schule christlichen werten verpflichtet ist, ist sie offen für alle religionen. wir treffen den headmaster und einige lehrer und stellen uns den versammelten schülern einzeln vor. die schüler tragen alle uniform und in nahezu militärischer formation wird zum schulanfang am morgen zur nationalhymne die landesfahne aufgezogen.

 die schule ist gut eingerichtet, besonders stolz sind die lehrer auf den computerraum, den sie hier mit den von unserem projekt gesammelten computern und buldschirmen einrichten konnten. alles läuft auf windows 7, nur die verbindung zum internet konnte noch nicht eingerichtet werden. es fehlt vor allem noch an ausrüstung für die biologie-, chemie- und physiklabors. das bereitet dem headmaster am meisteen sorgn. auch diee bibliothek ist noch spärlich ausgestattet. nach dem schulbesuch fahren wir wieder zurück zum spital  und unterstützen unsere kollegen bei der arbeit. wir haben eindeutig weniger patienten als bei unserem einsatz vor eineinhalb jahren. der grund dafür ist uns heute erklärt worden: die einheimischen arbeiten aktuell in der regenzeit alle auf den feldern, lohn kriegen sie aber erst später nach der ernte. deshalb will es sich jetzt fast niemand leisten ins  spital zu kommen und nach einer operation dann auszufallen und womöglich auf ihren lohn verzichten zu müssen! das war uns nicht bewusst, das nächstemal werden wir das bei der planung sicher berücksichtigen. es wäre ja auch selsam gewesen, wenn es plötzlich fast keine strumen mehr gehabt hätte in dieser region… zudem operiert dr. kimaro und sein team inzwischen schon fast routinemässig die anfallenden traumapatienten, für uns haben sie fast nur die komplizierteren verläufe und infektionen übrig gelassen. so operieren wir auch heute wieder vor allem solche patienten. die nächsten zwei tage ist nur visite im spital auf dem programm, der op-betrieb ruht und auch stefan zieht den stecker von seinem ultraschallgerät. am montag geht es dann in die zweite woche.


28.03.2015


wochenende- etwas ruhe tut gut. die meisten vom team ziehen einen ruhigen tag ein, machen etwas später als üblich visite im spital und fahren später mit lydia zur utengule lodge am fuss des mt. mbeya. hier wurde inmitten einer kaffeplantage eine kleine aber feine lodge hingebaut, genau das richtige zum ausspannen. stefan und christoph ziehen abwechslung der entspannung vor und machen sich schon früh auf. von lydia werden sie zu einer anderen coffee farm gefahren, dort erwartet sie ein lokaler guide, welcher sie auf den mt. mbeya führen soll. wir staunen schon etwas als wir das schuhwerk unseres führers sehen: fussballschuhe mit stollen… mit wasser und bananen im rucksack machen wir uns auf. für den aufstieg benötigen wir etwas weniger als drei stunden. die route ist fantastisch schön und bietet immer wieder herrliche ausblicke auf das rift valley unter uns. auf dem weg zum gipfel gehen wir zuerst durch dichten dschungel, welcher immer wieder von kleinen maniokfeldern, bananenstauden oder kleinen maisflächen unterbrochen ist. mit dem aufstieg ändert sich auch die vegetation: der dichte wald macht buschwer platz und weiter oben herrscht dann gras und steine vor, fast wie auf einer schweizer alp... hier hat es auch keinen trampelpfad mehr und unser guide führt uns auf der direktroute zum gipfel. die rundsicht hier oben ist unglaublich. wir sehen bis zum lake rukwa. dann zieht etwas nebel auf und die ganze stimmung nimmt einen mystischen charakter an. wir teilen unser wasser und den proviant mit unserem guide und starten unseren abstieg. der aufstieg war wohl anstrengender, jetzt werden unsere gelenke dem stresstes ausgesetzt. nach zwei stunden erreichen wir die kaffeefarm, bezahen unseren guide und warten auf lydia. von stella, der farmerin werden wirmit eisgekühltem wasser rehydriedriert und wir unterhalten uns über den anbau von kaffee und ihre beiden kinder marcel und michelle. die beiden kleinen sind erst im kindergarten, sprechen aber schon neben kishueli und englisch auch deutsch. ihr vater clemens ist aus deutschland, hat sich hier vor jahren niedergelassen. seine frau stella ist etwa 70km von hier aufgewachsen. von lydia werden wir später dann abgeholt, catherina und laszlo sind auch mitgekommen. zwischen kaffeefeldern durch fahren wir dann über ausgewaschenen naturstrassen zur utengule lodge. hier gibt es das lang ersehnte bier, stefan genehmigt sich gleich ein tusker, seine bevorzugte marke hier in afrika. später essen wir auf der veranda und lassen den tag ausklingen.


29.03.2015


heute ist sonntag und damit für alle ein richtiger ruhetag ohne stress mit frühstück zwei stunden später als normal und ohne morgenprogramm. die meisen nutzen die zeit zum lesen, schreiben oder für einen besuch im icc shop. wir entdecken auch einen alten töggelikasten, welcher sich rasch – vor allem bei bei unserem azzurro nicolino – grosser beliebtheit erfreut. am nachmittag machen wir uns auf den weg nach ilota bei den heissen quellen. über eine „more dirt than road“ fahren wir mit den landrovern dahin. einige von uns machen den weg zu fuss – ein fataler entscheid zur regenzeit, wie sich später herausstellt… doch der regen ist glücklicherweise nur von kurzer dauer. wir versuchen uns im „schweden-boccia“. die genauen regeln bleiben bis am ende unklar. die gegrillte kuhantiloppe schmeckt vorzüglich, die noch übrig gebliebenen bratwürste werden von unseren gastgebern weggeputzt. dazu gibt es fantastische avocados und verschiedene salate. leider lässt uns das wetter etwas im stich. das untenstehende bild ist vom letzten einsatz an gleicher stelle aufgenommen …

 

30.03.2015


start in die zweite operationswoche! nach dem wochenende sind heute morgen früh alle wieder bereit. neben dem op-betrieb mit dden vieen kasierschnitten, letzte woch waren es einmal sechs innerhalb 24 stunden betreibt caatherina auch eine gynäkologische sprechstunde. mit hilfe von dr. kimaro, susi oder petra als übrsetzer untersucht und berät sie etliche patientinnen. interdessen ist sstefan wie letzte woche meist mit rachel, der internistin unterwegs. er kommt aber immer wieder bei uns vorbei und löst auf der visite einige medizinische probleme für uns chirurgen, welch ein angenehmer luxus! auf der abteilung sehen wir einen älteren mann mit grotesken hautveränderungen im ganzen gesicht und kopfbereich, nur die schleimhäute sind nicht betroffen. wir haben keine ahnung mi was für einer krankheit wir es hier zu tun haben. stefan macht fotos und mailt sie nach zurüch zu einem hautspezialisten. dr. kimaro und ruben operieren zusammen einen jungen mit einer chronischen osteomyelits mit einer fistel über welche sich mehrere monate lang chronisch eiter entleert hat. Die fistel wird ausgeschnitten und der knochen eröffnet damit der infekt abheilen kann.

 

31.03.2015

 

heute erleben wir einen tag voller missverständnisse und pannen. das op-programm geht nur schleppend vorwärts. schon bei der morgenvisite treffen wir den ersten patienten frisch fröhlich in seinem bettauf der abteilung an. eigentlich sollte er schon im op sein und für die anästhesie vorbereitet werden. wir versuchen die stationsschwester darauf aufmerksam zu machen und fahren mit unserer visite weiter. all unseren patienten auf der männerabteilung geht es gut und die wunden sind sauber, einige können aus dem spital entlassen werden. nur ein knabe mit einem schweren infekt am unterarm, den wir schon mittels debridement und fixateur externe operiert haben, zeigt keine richtigen fortschritte, so dass wir uns entscheiden, ihn heute nochmals zu operieren. bei den frauen geht es der patientin, welche eigentlich schon heute für eine teilprothese der hüfte wegen einem schenkelhalsbruch vogesehen war, zunehmend schlechter. neben einem fast uneinstellbaren blutzucker kommt nun noch eine lungenentzündung dazu. wir werden sie nicht operieren können, möglicherweise überlebt sie diese verletzung mit den problemen, welche nun unter anderem aufgrund der bettlägrigkeit aufgetreten sind, nicht. ein schicksal, wie wir es bei uns in der schweiz praktisch nie mehr sehen, hier in afrika ist es aber leider immer noch häufig realität…

der zweite patient trifft verspätet im op ein. kurz vorher hatte er auf der abteilung noch einen epileptischen anfall, es geht im sehr schlecht und eine sichere anästhesie ist nicht möglich. so wird er zurück auf die abteilung geschoben und es wird versucht werden müssen die epilepsie besser einzustellen. vielleicht können wir ihn dann ende woche noch operieren um wenigstens einen teil seiner ausgedehnten verbrennungen mit spalthaut decken zu können. der nächste patient hat irrtümlich gegessen und ist nicht nüchtern, auch er muss deshalb zurück die abteilung. so verläuft der ganze tag nicht ganz so produktiv und effizient, wie wir das geplant haben… hoffen wir, es geht morgen besser weiter!


01.04.2015


ein weiterer tag im spital. stefan ist mit rachel unterwegs. bis zum abschluss unseres einsatzes wir er weit über 70 herzechos (herz-ultraschalluntersuchungen) durchgeführt haben. nicolino pendelt zwischen ihm und dem op hin und her oder er besucht die abteilungen. auch er kommt gut mit seinem projekt vorwärts. elvire und catherina kümmern sich weiter um die gebärendendas respektive die neugebohrenen und versuchen den hebammen zwischendurch das eine oder andere beizubringen. in den beiden op-sälen nimm alles den gewohnten lauf. es schaut fast so aus, als wären inzwischen alle team mitglieder dem african groove erlegen…

am abend dann meldet sich ein junger bauer. zu unserer grosser überraschung hat er ein schädel-ct vonm letzten februar dabei, das ein grosses chronisches subduralhämatom (blutung zwischen der harten hirnhaut und dem hirn) zeigt. er kann nicht mehr arbeiten, klagt über schwindel, kopfschmerzen und gangunsicherheit, die symptome passen zur diagnose. er berichtet von einem unfall mit kopfanprall im dezember. auch das passt … wir klären den patienten auf, die risiken schrecken ihn nicht ab, er möchte, dass wir die operation durchführen und das chronische hämatom und den damit verbundenen druck chirurgisch entlasten. im lager finden wir altes armee-instrumentarium, wahrscheinlich noch nie benützt. martin , unser senior anästhesist macht auch mit, so entscheiden wir uns den patienten am folgetag zu operieren.


02.04.2015


auf einladung von dr. kimaro hält christoph heute morgen nach der morgenandacht, bei der sich das ganze team offiziell vom spital verabschiedet, einen vortrag für die einheimischen ärzte und das plegepersonal. in einer stunde erklärt er ihnen die prinzipien des wund managements, der konservativen knochenbruchbehandlung sowie die bedeutung des fixateur externe. das publikum ist sehr interessiert, immer wieder wird der vortrag durch fragen unterbrochen. die anderen team mitglieder machen in der zweischen zeit visite und fangen mit den ersten operationen an. eliane und laszlo nehmen die letzten strumen in angriff, im anderen saal decken ruben und egil einen grossen hautdefekt am unterschenkel mittels splthaut. der kleine junge hat sich diese verletzung durch einen schlangenbiss zugezogen. als zweiter in diesem saal ist nun der patient mit dem chronischen subduralhämatom dran. es herrscht ein gedränge im saal. Wir führen die operation in lokalanästhesie beim wachen patienten durch. so ist es uns möglich den patienten einfach und permanent während dem eingriff zu überwachen. mit dem handbohrer eröffnen wir mit verschiedenen bohspitzen schrittweise den schädel. wir erreichen die harte hirnhaut. nachdem diese in kreuzform eröffnet wurde, ergiesst sich das hämatom nach aussen. mit einem urinkatheter spülen wir das hämatom vorsichtig mit warmer ringerlösung weiter aus. unser patient is sehr kooperativ und er übersteht den eingriff problemlos. alle sind erleichert.

danach decken wir noch die offenen stellen einer jungen epleptikerin mit spalthaut. der grossteil ihres linken arms urde vor mehreren wochen verbrannt und kann nun gedeckt werden. nach diesen eingriffen gehen wir noch mals bei den frisch operierten auf visite, unserem schädelpatienten geht es sehr gut.

nun machen sich alle bereit für das schon fast traditionelle african dinner. unsere gastgeber kochen heute für uns typisch tanzanisches essen in form eines buffets nachdem wir letzte woche alle zu bratwurst und rösti eingeladen haben. ein wahrlich würdiger anlass für den baldigen abschluss unseres einsatzes und eine gute gelegenheit sich in ruhe von unseren kollegen im op und den abteilungen verabschieden zu können.


03.04.2015


heute freitag ist unser letzter tag hier in ifisi. geplant haben wir eigentlich einen ruhigen tag mit einer letzten visite. wir müssen unser material bereit machen, das wir wieder zurück in die schweiz mitnehmen und natürlich die persönlichen taschen packen. und  dann kommt es trotzdem anders… es stellt sich noch ein junger mann vor mit einem gebrochenen oberarmkopf bei gleichzeitig ausgerenkter schulter. anscheinend ist das vor über zwei wochen passiert. wir entscheiden uns zur operation und führen diese heute am späteren morgen auch durch. zuerst sehen wir aber unsere patienten auf den abteilungen ein letztes mal. bei den kindern verteilen wir noch die mitgebrachten stofftiere. Letzte instruktionen und verordnungen werden notiert.

als wir in unserem saal fertig sind mit der operation bemerken wir eine grosse unruhe. im nachbarsaal versucht martin einen grossen fremdkörper (eine riesige unterlagsscheibe) aus der speiseröhre des vierjährigen advent moses zu entfernen. anscheinend sitzt dieser fremdkörper seit einer woche fest… der kleine wird beatmet und trotz verschiedener tricks und instrumente kann der fremdkörper nicht entfernt werden, er sitzt fest und bewegt sich nicht. da hat ruben die zündende idee: ein grosser blasenkatheter wird weit nach unten in die speiseröhre geschoben, der ballon nun vorsichtig aufgeblasen und langsam zurückgezogen. so kann der fremdkörper nach oben geholt und schlussendlich mit einer zange entfernt werden. das ganze team hat sich versammelt und alle freuen sich über das geglückte und elegante manöver- darauf angesprochen meint dr. kimaro lakonisch, sie würden das immer so machen, das funktionieremeistens problemlos, er verstehe die ganze aufregung nicht ganz…

jetzt trennt sich das team. eliane, ruben, egil, nicolino und christoph meier reisen via dar es salaam heute zurück in die schweiz. caterina, elvire, laszlo, martin, stefan und christoph schubert hängen noch einige tage in tansania an und fahren morgen samstag in den ruaha national park weiter.

wir möchen uns bei allen bedanken, die uns unterstützt haben bei unserem einsatz, insbesondere unseren familien. hier in ifisi hat uns lydia wie gewohnt umsorgt und alles organisiert, im spital wäre es ohne susi, petra, rachel, michelina, njenjema, godie und dr. kimaro kaum möglich gewesen so gut arbeiten zu können. Und natürlich möchten wir uns auch beim gesamten op- und anästhesieteam vom mbalizi c.d. hospital bedanken, es hat spass gemacht mit euch, asanta sana!

 

 

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24.03.2018 am samstag, den 07.04.2018 findet die gv und unser jahrestreffen statt. zur planung ist eine anmeldung erforderlich. weitere details findet ihr hier...

23.03.2018 unser anästhesist christoph schubert ist auch buchautor.  wer gerne brass musik hört und bei witzigen schwarz humorigen geschichten schmunzeln will, der soll sich den  25.03. 2018 dick in die agenda eintragen! hier mehr...

06.03.2018 direkt zum tagebuch märz 2018...lesen sie, wie sich das team auf den einsatz vorbereitet und begleiten sie uns virtuell mit nach afrika...zum blog

01.03.2018 im frutigländer wurde ein artikel über den einsatz von marika schmidt im speziellen und unser projekt im allgemeinen publiziert. hier gehts zum zeitungsartikel...

17.02.2018 das team für den spring einsatz 2018 hat sich formiert und macht sich bereit. mehr hier...

03.12.2017 gestern fand der traditionelle weihnachtsmarkt statt. auch wir waren dabei ...

28.10.2017 nun ist es soweit: das herbstteam 2017 setzt sich in marsch. alles weitere im aktuellen blog hier...

10.10.2017 bald ist das fellowship für die zwei gäste aus tanzania vorbei. hier geht es zu ihrem "abschiedsbrief":

03.09.2017 nun sind sie da! heute morgen früh sind dr martin mbwile und sein kollege dr. jacob mbembela in zürich kloten gelandet für ihr mehrwöchiges fellowship im waidspital. hier geht's direkt weiter zum blog...

25.08.2017 auch dieses jahr möchten wir unseren gästen aus tanzania einiges über uns und unser land zeigen. wer sich weiter darüber informieren und mitmachen will, klickt hier und ab geht's zum doodle...

24.08.2017 im der aktuellen ausgabe vom virus, der personalzeitung des des spitals bülach ist ein interessanter artikel über die erfahrungen von caterina bezüglich der geburtshilfe in ifisi erschienen. hier geht's direkt zum artikel...

25.08.2017 am 03. september ist es soweit, dr. martin mbwile und dr. jacob mbembela werden in kloten landen um sich im rahmen eines fellowships unseres projektes einige wochen in schweizer spitälern gezielt weiterzubilden. mehr dazu findest du hier...

15.06.2017 am 5. juli werden lászló veréb und stefan christen einen fotovortrag im waidspital halten. so sieht's aus...

26.04.2017  der verein ist online! anmeldungen für mitglied- und gönnerschaften werden ab sofort entgegengenommen. da geht's lang...

23.04.2017  jetzt ist's offiziell: seit heute ist "zurich-meets-tanzania" ein verein...mehr

25.03.2017 happy landing! spring team ist wieder da. alles ok! hier sind die bilder...

05.02.2017  das spring team hat sich formiert und rollt richtung startlöcher...mehr

27.11.2016 unsere zwei neuen spendenprojekte sind online! vielen dank für eure hilfe...mehr