29.april 2019

 

ohne kohle geht gar nix, auch kein Einsatz, auch nicht in tanzania, und da schon gar nicht. am samstag geht's los. die vorbereitungen laufen, die gepäcklisten werden abgearbeitet, die taschen gefüllt. hat alles platz? übergewicht (nein, die taschen!)? das reisegeld ist jedenfalls schon mal gewechselt.

3. mai 2019

 

eine reise von 1000 meilen beginnt mit dem ersten schritt, wie man so schön sagt. in unserem fall war die reise so ein bisschen ein spiessrutenlauf und der erste schritt wie immer das vorabend-checkin. in nur einer stunde war alles gepäck auf die zehn hockey-taschen verteilt, sodass jede präzis 23 kg schwer war. die offizielle checking-waage sah das allerdings etwas anders und die abfertigungsdame auch. nach einer weiteren stunde - das eis mittlerweile etwas gebrochen, die dame lächelte - alle koffer und taschen bei den bulky items und wir schon wieder auf dem heimweg. morgen gehts weiter: treffpunkt starbuck's um acht.

 

4. mai 2019

 

der zweite schritt: die zerquetschten abschiedstränchen, letzte pre-boarding SMS an die daheimgebliebenen, genug windeln dabei? (dazu später)

dritter schritt: wieviele inflight filme gehen? - team leader schafft vier. wieviele  catering menues? - der anästhesist schafft je zwei. wieviele kotztüten? - dazu schweigt des sängers höflichkeit.

vierter schritt: spiessrutenlauf letzter teil. schon fast durch den zoll: "please open that bag!" oh, nein, das kann dauern, und es dauert. "what is cyklocaprone and what is it good for and do you have an FDA certificate?" haben wir nicht, aber schlussendlich mehr geduld als der customs officer. noch eine stunde, dann taxi - na klar, zweimal fahren -, dann hotel, dann bier und malorone, dann bett.

5. mai 2019

 

die tausend meilen haben wir eigentlich längst durch, doch der spiessrutenlauf ist noch nicht zu ende. aber zuerst noch der besuch von dr. martin - chefarzt des ifisi spitals, der z.z. auf weiterbildung in dar-es-salaam ist - bei uns im hotel. heute dann mal kein frühmorgen-flug, sondern gepflegtes einchecken um 11 uhr. teamleader präsentiert unsere tickets, gegenüber sagt: "you do not have reservations". regel nummer eins in africa: never argue with an official! also haben wir keine reservation und werden auf einen späteren flug umgebucht. eher doof, unsere patienten warten bereits. dann plötzlich: "you can check in now". was jetzt? jedenfalls landung am nachmittag in songwe und ein empfang von unsern freunden, der jedes jahr herzlicher zu werden scheint. schnell ins icc-hotel, schnell umpacken und schnell weiter ins spital. der aufmerksame leser merkt, wir sind noch nicht wirklich im african pace. aber eben, die patienten warten ja schon. und das tun sie in gröberer zahl. und in gröberen dimensionen. wenn man alle die kröpfe, die da auf uns warten, schon rausoperiert und in einen topf geworfen hätte, wäre auch schon der nächste leistenbruch gesichert. das op-programm für die nächsten zwei wochen steht bereits, und da sind alle die nicht geplanten noch nicht dabei. zum beispiel die frau mit der gallenkolik, zu der wir - bereits auf dem heimweg - noch geführt werden. gut so, dafür sind wir ja gekommen, und morgen gehts dann so richtig los.

6. mai 2019

 

kann sich noch jemand an ER erinnern? wer weiss eigentlich noch, was ER eigentlich war? na, emergency room natürlich, die erste medical series, die auch hand und fuss hatte, und das schon 1994. jaja, die erinnerung kommt langsam, george clooney, eriq la salle, angela basset. die waren einfach genial, wie die sooo souverän jeden notfall durchgeprügelt haben. massenschlägerei, zwanzig stichverletzte, alle auf einmal in der notaufnahme und die coolen typen kriegen einfach alles gebacken: "heavy bleeding, no pulse, no blood pressure, move him to the OR table, one-two-three". erster op-tag in ifisi, wir habens auch versucht. lászló und eliane an der ersten struma (ja, struma = kropf), minutiöse blutstillung, jedes rote blutkörperchen wird einzeln gejagt und grilliert, anästhesie kämpft mit der tachykardie, die klimaanlage brummt vor sich hin, business as usual könnte man sagen. und da: bus-unfall, 4 schwerverletzte, direkt auf die neue notfallstation. die jungs von ER hätte das kaum ein lächeln gekostet, wir haben ein wenig geschwitzt, aber wir haben's auch hingekriegt. war dann doch nur ein wirklich schwerverletzter, ein 6-jähriger mit schädel-hirn-trauma und oberschenkel-fraktur. schwierige intubation, oberschenkel schienen und ins zentrumsspital verlegen zur computertomographie. im grunde ein recht gemächlicher einstieg für alle; stefan fährt sein ultraschall-programm hoch, caterina versucht ihre ultraschall-maschine zum laufen zu bringen und silvia wundert sich, wieviele verschiedene chirurgische fäden es auf dieser welt gibt. to be continued...

 

7. mai 2019

 

"eine komfortzone ist der durch gewohnheiten definierte bereich eines menschen, in dem er sich wohl und sicher fühlt und es ihm deswegen leicht fällt, mit der umwelt zu interagieren." soweit wikipedia. na dann ist der fall ja wohl klar: wir alle mussten heute mal eben unsere komfortzone verlassen. im op erst ein vierjähriger, der vor einem halben jahr ins feuer gefallen ist - in ein cape gewickelt, aus kunststoff natürlich. von seiner haut ist nicht allzuviel übrig geblieben. die chance, dass sowas von selbst heilt, ist null; das braucht hauttransplantate. eine herausforderung für das ganze op-team: wo hat ein pausbäckiger vierjähriger mit solchen verbrennungen noch eine vene für die infusion? wo kann man da noch haut nehmen für eine transplantation? und wieso kann man den nicht richtig beatmen? pünktlich zum mittagessen waren wir fertig. mittagessen? haha, der nächste kropf fliegt bereits ein. drei stunden später, op zu ende, kommt luft aus der drainage-leitung. luft? ja luft, das passt nicht, das passt gar nicht. luftröhre verletzt? speiseröhre verletzt? nochmal aufmachen und nachschauen. war doch nix. eine der vier kaiserschnittpatientinnen von caterina heute wog 130 kg. so what? ja stimmt, aber dass sie nach der spinal-anästhesie nicht nur einen tiefen blutdruck, sondern gar keinen mehr hatte, lässt einen die komfortzone ziemlich unverzüglich verlassen. das baby legt noch einen drauf: war blau und musste reanimiert werden, tanja sei dank, brüllt jetzt. stefan hat bei einer patientin eine wasser-ansammlung in der lunge entdeckt und will die flüssigkeit ablassen. kein geeignetes material da, also nimmt er eine hundskommune venen-kanüle und rammt sie in den brustkorb. einenhalb liter später atmet die patientin wieder auf - stefan auch. am abend gibts pizza. und bier. und wein. und cognac. welcome back to the comfort zone!

8. mai 2019

 

die germanen nannten ihn donar, bei den griechen hiess er zeus, bei den römern jupiter und bei den hindis läuft er unter indra. nicht nur göttervater, auch gott des donners. im folgenden blog mögen die lesenden dem chronisten das donnerwetter verzeihen. man erinnere sich an den kleinen jungen von gestern, den mit den verbrennungen, wo es schlussendlich genau eine (!) vene gab, die noch mit einer infusion zu versehen war. am hals. wenn an einer infusionskanüle keine infusion mehr läuft, was tut sie dann? richtig, sie verstopft. durch eine verstopfte kanüle läuft keine infusion mehr, auch kein blut, und auch kein narkosemittel für den nächsten eingriff. also wird verordnet, dass diese infusion immer - IMMER - laufen muss, um ein verstopfen zu verhindern. denn dann läuft, im wahrsten sinn des wortes, gar nix mehr! und was finden wir bei der heutigen abendvisite? nicht nur eine nicht laufende infusion, sondern GAR KEINE MEHR! die kanüle ist zugestöpselt! dem anästhesisten lupfts den deckel. leider ist niemand da, der seine sprache versteht. der unmut gleitet am hilflosen lächeln der krankenschwestern ab, die des englischen nicht mächtig sind, und nicht wissen, was das gebrüll des frustrierten anästhesisten soll. this ist africa, wie stefan zu sagen pflegt. das eben auch. nicht nur die fröhlichen farben, die gleichmütige heiterkeit und stoische geduld. das eben auch. 

9. mai 2019

 

aufgrund akuter müdigkeit des ganzen teams, ja des ganzen spitals, heutiger blog im telegramstil: fünf kaiserschnitte in der nacht, ifisi-nacht-team im eimer und weg - heutige struma etwas über fünf stunden, patientin megastabil (s. unten), züri-team auch im eimer, aber nicht weg - auch am tag fünf kaiserschnitte, ifisi-tag-team im eimer und weg - diabetiker mit panikattacke für fuss-revision, züri-team weg - mini-game-drive mit master lehner durch seinen privat-zoo, passagiere auf landrover-dach, streicheleinheit von akazie, haut weg - abendeinladung bei oberschwester susi (sorry susi, sie hasst den ausdruck), käseschnitte, exotische früchte und so, postprandiales dumping (ask google) - züri-team ganz weg und tschüss!

10. mai 2019

 

cz? interkürzel für tschechische republik? no, cz=comfort zone, remember? heute aber auch nicht. heute heisst cz=chaos zone. der kleine junge mit den verbrennungen und der infusion, die nicht richtig lief? genau der. der kam heute wieder zum op für die nächste hauttransplantation. die abgestöpselte infusion konnte gerettet werden (wieder mal tanja sein dank), aber weil der kleine kerl auch einen kleinen hals hat, war die infusion an dem ort eigentlich auch nicht wirklich zweckmässig. aber - wie george clooney schon sagte - "what else?". jedenfalls kam der kleine schüggel wieder in den op, schon auch etwas gestresst (man kann nicht sagen, dass ihm das viele operiert-werden irgendwie guttut, so auf psychischer ebene). jedenfalls ist er gut eingeschlafen, eine stunde lang ganzkörper-desinfektion und dann die entnahme der spalthaut. was ist denn jetzt schon wieder los? wieso geht das entnahme-gerät nicht? shit! (sorry, aber sonst passt kein wort), big shit! das dermatom ist kaputt, und zwar sowas von kaputt, da geht nix mehr. also weiter im text: die venae sectio. das ist ein uraltes militärmedizinisches verfahren, das wohl kaum jemand je wirklich angewendet hat, aber hier und jetzt die einzige möglichkeit. man legt chirurgisch eine vene frei und schiebt dann einen venenkatheter rein. schon ziemlich schwierig bei einem erwachsenen, und nochmal eine nummer tougher bei einem 4-jährigen, der so ziemlich ausgetocknet ist. neuland für alle von uns, aber es hat geklappt! der büebel hat wieder eine infusion, die jetzt ein paar tage halten sollte. währenddessen hat sich die neue notfallstation (bisher meistens leer, s.unten) innerhalb weniger minuten gefüllt: ein zweijähriger, puls 200, fieber, husten, hautausschlag? malaria! ein 19-jahriger, hb 1.6 (für die nicht-mediziner: so gut wie gar kein blut mehr)? völlig unklar! ein 6-jähriger mit epileptischen krämpfen. ein 2-jähriges mädchen hat eine flasche pestizid ausgetrunken und wurde mit einheimischer medizin anbehandelt: milch und kuhmist (jawoll, kuhmist!!). hat nix genützt, ist bewusstlos und hat krampfanfälle. no problem, stefan und dr. rachel king (die weisse zimbabwerin) schmeissen den laden. sonst noch wünsche? aber natürlich: eine 82-jährige mit einem schlangenbiss und zwar von einer boomslang (= afrikanische baumschlange), deren gift eine äusserst schmerzhafte blutgerinnungstörung verursacht, die bis zum tod führen kann. nochmal big shit! braucht eine ausgedehnte faszienspaltung (für die laien: den arm aufschlitzen, von der hand bis zum ellbogen, sodass die schwellung keine nerven einquetschen kann). zwischendurch eine schwangere mit kaiserschnitt, die plötzlich die augen verdreht und nicht mehr ansprechbar war, dafür einen puls von 180 liefert. ein stromausfall, plötzlich ists dunkel im ops und das beatmungsgerät geht nicht mehr, die 5-ml-spritzen sind ausgegangen, es hat nur noch 14er-redons und der techniker meldet, dass die hälfte der untersuchten rollstühle nicht mehr fahrtauglich sind. was heisst "cz" nochmal??

11. mai 2019

 

saturday in ifisi. heute mal nicht operieren, nur visite. eigentlich gehts allen gut, nur der büebel ist nicht so ganz top. nicht richtig fassbar: etwas aufgeschwollen, etwas weinerlich, etwas alles-nicht-so-gut. wer kanns ihm verübeln, nach so vielen eingriffen: nase voll... aber nächste woche gehts weiter...

nachmittags markt in mbeya. just for the record: mbeya ist bezirkshautpstadt, hat knapp 400'000 einwohner, ein zentrumsspital mit ct und ips und eine einzige geteerte strasse. ist leider nicht die, wo der markt stattfindet. markt also staubschlacht, aber alles da: gewürze, früchte, kleider, stoffe, tongeschirr und unmengen von plastic shit. killerbienen-honig, piri-piri, tee, ist alles in unseren taschen jetzt. am abend ein special happening: a very african night, geissli-grillieren in mwalongo's bar. (mwalongo, oder mister mwalongo, wie er von seinen kollegen resprektvoll genannt wird, ältester anästhesie-pfleger). mwalongo's bar hat noch luft nach oben. ausser einem altersschwachen tv, einer mini-theke und einem hotelbar-kühlschrank ist nix drin. auch das african dinner hat luft nach oben, zumindest für zürcher gusto. als vorspeise suppe. da war eine kartoffel drin und so stückchen. die stückchen entpuppten sich als ziegendarm. das besondere am ziegendarm ist, dass er nur oberflächlich gereinigt wird, gibt ihm den speziellen gout, der hier besonders beliebt ist. die zürcher geschmacksknospen brüllen "no-go!" und quittieren den dienst. wohin mit den resten? wir wollen doch dankbare gäste sein. silvia findet einen robi-dog-bag in ihrer tasche. trotz stromausfall musik aus mega-speakern (dafür hats natürlich einen generator). 120 db, das wäre dann so etwa die vuvuzela. alle tanzen, caterina in der mitte, lachen und fröhliche gesichter, kaum alk, enjoy the moment! wer weiss schon, was morgen kommt?

12. mai 2019

 

der lake ngozi liegt eine gute stunde autofahrt von uns entfernt. das letzte teilstück ist nicht nur unbefestigt, sondern auch schlammig. bei einem menschen würde man sagen knietief, bei einem landrover passt wohl eher achstief. jedenfalls blieb susi's treuer gefährte stecken. na klar, sie kamen wieder raus, sonst hätte dieser blog einen dramatischeren anfang genommen. also zum lake ngozi; er ist mit etwas über 4.5 quadratkilometern der zweitgrösste afrikanische kratersee und in etwas über einer stunde zu erwandern. viele legenden ranken sich um dieses auf über 2600 m gelegene teil und petrus tat das seinige, um die mystische stimmung heute anständig zu choreografieren: nebelschwaden en gros. die legenden also. jedes volk hat welche, auch wenn diese in unserer technikgläubigen gesellschaft nicht mehr so richtig beachtet und gepflegt werden. viele dieser mythen und fabelwesen sind so obskur, dass nicht mal mehr google bescheid weiss. schaut mal nach: unter "gemswisch", "zyklophant" oder "wüsel" kommt nix. aber zurück zum lake ngozi. das volk der nyakyusa glaubt, dass seit der verbannung des schamanen lwembe an den kratersee ein fluch über dem wasser liegt. alle lebewesen, die sich der wasseroberfläche nähern, gehen unter und ertrinken. seien es tränkende rinder oder badende kinder. eine andere legende gibt soldaten der kaiserlich-deutschen schutztruppe mit ihrem versenkten schatz die schuld an den ertrinkungsfällen. auch die sache mit der 12-köpfigen schlange geistert noch herum. am wahrscheinlichsten dürfte allerdings sein, dass zu aktiveren vulkanzeiten schwefelhaltige gase vom seegrund an die oberfläche strömten und die badenden aufgrund von sauerstoffmangel das bewusstsein verloren und untergingen. in der nähe des kratersees gibt es ausserdem auffallend reichhaltige rüebli-plantagen, die eine neuere legende nähren: master lehner (s. blog vom 9.mai), der eigentliche gründer-vater des ganzen ifisi-zentrums, entstammt einem ursprünglich aargauischen geschlecht, das die rüebli-tradition hochhält. die safwa-jäger, die das gebiet heutzutage bevölkern glauben offenbar nun, dass sie mit dem anbau der möhren helvetischen wohlstand erreichen können... aber schluss jetzt, genug georakelt, morgen ruft wieder ein arbeitstag mit dem ultimativen goiter. so stay with us!

13. mai 2019

 

1979, bob geldorf, "I don't like mondays". daran hat sich bis heute nix geändert. gestern abend hatte die spital-pflege ihr jährliches florence-nightingale-fest, mit schweizer beteiligung, was wohl wesentlich zur etwas verhaltenen montag-morgen-stimmung beigetragen hat. na gut, schwamm drüber, ist bei uns ja auch nicht anders. thema heute ist die geburtshilfe. john magufuli - seit 2015 präsident von tanzania - versucht das nationale selbstbewusstsein zu stärken, frei nach dem motto: "patriotismus-chauvinismus-mugabismus" und hat kurzerhand die unterstützung der schwangeren-vorsorge gekappt, indem er die finanzierungsverträge mit einer deutschen institution gekündigt hat. damit fallen die vorgeburtlichen ultraschall-untersuchungen weg. dafür steigen die geburts-komplikationen und ausserdem wird caterina arbeitslos. also wird der hebel bei der neugeborenen-reanimation angesetzt. zusammen mit tanja gibts heute den ganzen tag "blue-baby-alarm". alle hebammen müssen zeigen, was sie drauf haben, wenn ein neugeborenes nicht gut aussteigt. im gegensatz zu uns, wo solche übungen heftiges naserümpfen hervorrufen, ist hier die begeisterung kaum zu bremsen. mit inbrunst wird das braune stoff-baby beatmet und geknetet. der monday-morning-blues wird gegen nachmittag doch noch zum number-one-hit. yeah, wir belohnen uns selbst und gönnen uns einen abend in der utengule coffee lodge. tradition, jedes jahr, halbe stunde von hier, hoch über dem tal sun-downer, grill-spiessli und amarula. heute auch noch eine 500g-kropf-operation und ein haut-transplantat, morgen auch wieder. osiku muema!

14. mai 2019

 

"der weg ist das ziel" soll buddha gesagt haben. vermutlich hatte er gute gründe dafür und wahrscheinlich gibt es auch situationen im leben, wo diese weisheit hilfreich ist. heute bei uns im op war das nicht so, und zwar sowas von nicht. der schnüggel kam wieder für die nächste hauttransplantation. wider erwarten funktionierte die infusion in der chirurgisch angezapften vene am fuss immer noch. schnüggel war allerdings totally not amused und brüllte sich die seele aus dem leib. ein hauch narkosemittel in die vene, er lächelte und war weg. und dann ging's los: verbände auspacken, die grafts am arm sahen ganz ordentlich aus. der am oberschenkel butterte  allerdings grad weg, war glücklicherweise nur ein kleines stück. dann wieder die ganzkörperdesinfektion. da unsere afrikanischen freunde jedes sterile abdecktuch einzeln herbeischafften und das nicht gerade im tempo des gehetzten, dauerte die prozedur geschlagene eineinhalb stunden. als dann alles bereit war und die mittlerweile reparierte hautentnahme-maschine ein agressives test-surren von sich gab, löste sich ein teil davon und hüpfte zu boden. zum ersten mal in all den jahren verlor sir lászló für einen sekundenbruchteil die contenance und stampfte mit dem fuss. das sterilisieren eines operations-utensils dauert üblicherweise rund zwei stunden. nicht in afrika, da gibt's die schnell-sterilisation: das unsterile teil wird mit alkohol übergossen und angezündet. dauert zwei minuten (achtung: abkühlen nicht vergessen...). also, erneute hautentnahme und diesmal anbringen an oberschenkel und flanke. fettgaze- und schaumstoff-verband, elastische binden drüber und gut is. nicht ganz. nach rausziehen des beatmung-tubus wollte schnüggel nicht atmen und zwar gar nicht. und auch unsere beatmungsbemühungen schienen ihm eher zuwider zu sein. to make a long story - in fact zwei stunden, gefühlte acht(!) - short: magen gebläht, reflektorischer atemstillstand, magen absaugen, lungenödem, lasix, natürlich dann bläschen voll und nochmal zwei stunden später quitschvergnügt unter seinem mosquitonetz im bettchen. mutter und angehörige haben geklatscht beim eintreffen im zimmer. wenn die gewusst hätten, dass das ganze op-team mindestens zehn jahre gealtert ist an diesem morgen, hätten sie sicherlich auch eine standing ovation hingelegt. ziel zwar erreicht, aber der weg ist schon noch was ausbaufähig...

 

15. mai 2019

 

wer kennt estragon? nein, nicht das kraut, sondern den kumpel von vladimir. das waren die beiden, die stundenlang unter dem baum sassen, über gott und die welt diskutierten, was assen und tranken, pinkeln gingen und immer wieder mal abbrechen und heimgehen wollten. sie blieben aber - und warteten. auf wen wohl? beckett's berühmtestes bühnenstück: godot. wir erleben heute africa at its finest. seit 2 tagen neigt sich der narkosegas-vorrat dem ende entgegen. gestern abend war dann grade mit der letzten patientin schicht im schacht: gas alle! heute morgen: immer noch gas alle. jetzt flitzt jemand los. eine stunde später immer noch kein gas da. auch zwei stunden später nicht, und drei auch nicht. aber immerhin, im gegensatz zu godot, kam der nachschub dann. op-beginn für die riesenstruma kurz nach zwölf. die wartezeit kam nicht mal unbedingt ungelegen. zum beispiel war ausführlich zeit zum ordnung machen, was hier eine eher spezielle angelegenheit ist. der afrikanische ordnungssinn scheint sich von helvetischen grundsätzlich zu unterscheiden. was wir zu pinggelig sind, geht hier total nonchalant durch. die günstige wortwahl fällt schwer: chrut-und-rüebli, oder sowas in der richtung. dazu kommt noch was anderes: es wird nix weggeschmissen, denn man könnte es ja wieder mal brauchen. im grunde nicht so verkehrt, wenn man an unsere wegwerf-gesellschaft denkt. führt aber dazu, dass an allen möglichen und unmöglichen orten dinge auftauchen, die man da nicht vermuten würde: beatmungsschläuche in der besenkammer, absaugungsgefässe und leere cola-flaschen beim verbandmaterial, chirurgische instrumente in einer rattenzerfressenen kartonschachtel, kistenweise osteosynthese-material in der op-dusche. und dazu noch was: es kommt schon recht stark der eindruck auf, dass wir hier bergeweise fehlgeleiteten helferwillen vorfinden: schachteln voll material, das bei uns nicht mehr gebraucht wird, "aber in afrika sind sie sicher froh drum". stimmt leider gar nicht. einerseits wird hier gebraucht, womit man umgehen kann und andrerseits ist selbst ifisi nicht soo hinter dem mond, dass seit jahren abgelaufenes material wirklich glücklich macht. also. wir räumen auf und puffen ein, befriedigen unseren ordnungsdrang und verschieben den zweiten patienten auf morgen.

16. mai 2019

 

immer wenn's schwierig wird, ist man versucht, die alten römer zu bemühen. beginnen wir mal mit "pecunia not olet". ursprünglich von vespasian als rechtfertigung für die von ihm wieder eingeführte pissoir-steuer rausgelassen, trifft es auch auf unsern patient mit drei litern(!) eiter auf der lunge zu. er hätte das absaugungsset erst bezahlen sollen, bevor die sauce abgelassen wird. mag ja sein, dass "geld nicht stinkt", die sauce tat es jedenfalls. das absaugset lag dann doch auch nicht drin, so haben wir eben selbst eines gebastelt. weiter geht's mit "errare humanum est": so friedvoll ist die ganze zeit keine struma-patientin eingeschlafen: yeah, das wird ein spaziergang! voll daneben! fünf stunden später ist das "kind" dann endlich geboren, knapper liter blutverlust, wesentlich mehr schweissverlust bei den operateuren. zwischendurch noch ein paar blue-baby-runs. nicht alle erfolgreich. motto: "medicus curat, natura sanat - behandeln möge der arzt, heilen die natur". abends dann pasta-festival von caterina, silvia und ruth, vulgo traditional swiss night. dieses jahr sind alle gekommen, fünzig leute, ansprachen voll dankbarkeit, geschenke, noch mehr dankbarkeit, umarmungen, kommt wieder! "omnia vincit amor - die liebe bezwingt alles" hätten die römer da wohl gesagt. schlussendlich die freunde verabschiedet und noch ein kleiner absacker. "nunc est bibendum! o tempora, o mores, et pax vobiscum!" da wird nix mehr übersetzt...

17. mai 2019

 

the last-mile challenge: in der business-welt der terminus für die schwierigkeit, ein produkt dem kunden unversehrt bis ganz vor die haustüre zu liefern. die probleme sind dabei tatsächlich oft auf den letzten metern am unerwartetsten  (falsche hausnummer, energie ausgegangen, oops ein stolperer). kann auch damit zu tun haben, dass - wenn bisher alles gut gegangen ist - die aufmerksamkeit nachlässt und dann eben die fehler passieren. mensch, wissen wir doch alles und sind schliesslich professionals, sowas passiert uns doch nicht! op-beginn heute dann schon mal  eine stunde später, die op-lampe hat endgültig den geist aufgegeben und muss nun notfallmässig ihrerseits operiert werden. die letzte struma des einsatzes (nr. 10, aber zur statistik später) schien auch während des eingriffs noch zu wachsen und spritzte immer wieder mal maliziös etwas blut aus einem versteckten äderchen. wie gesagt, we're professionals, das bringt uns nicht aus der ruhe. das foto der struma-patientin von gestern, das währenddessen in den op geschickt wurde, dann schon eher. nun gut, sie lag fast sechs stunden mit überstrecktem kopf auf dem tisch, hat einen liter blut verloren und was dann nach dem eingriff in dem hals abging, wissen die götter (naja, die wohl auch nicht). dass sie dann alleerdings aussah wie das ominöse michelin-männchen, schien die last-mile challenge zu bestätigen. lászló und eliane wollten nochmal einsteigen und operieren, stefan und schubi nicht. tanja auch nicht ('das sieht doch schon viel besser aus als heute morgen'). democracy wins, wenigstens hier. am abend lächelte uns die patientin dann schon wieder an, wenn auch nur aus einem auge... sonst haben wir nix verbockt hier, auch auf den letzten metern nicht, ehrlich! im gegenteil. silvia und stefan habend der guten dr. rachel geholfen, ihre langersehnte notfallstation nun endlich gebührend einzuweihen. mit seidenband, soft drinks und bei vollem betrieb, schon klar. am abend der nun auch schon legendäre sun-downer bei rachel zuhause. drinks auf der terrasse, blick auf den mbeya peak, good food, good company, chill-out music. bei aller nörgelei: auch das ist africa!

18. mai 2019

 

"alpinisten nehmen steine - anfangs grosse, später kleine" sagte reinhold messner, als man ihn fragte, wie denn das so mit der notdurft im gebirge läuft. wir haben das op-programm in ifisi beendet und sind mittlerweile in matema am malawi-see gelandet. davon dann morgen mehr. heute ist es mal zeit, ein tabu-thema anzusprechen, das aber durchaus seine relevanz hat: die toilette. bei uns daheim ist der food keimfrei, die wasser-closets mit föhn und led-licht-effetkten ausgestattet und beim geringsten anzeichen von unwohlsein gibt's ultraschall-gastroskopie-ct. jeder, der schon mal reisemässig die comfortzone von mallorca, miami und südtirol verlassen hat, weiss, dass es da auch noch andere szenarien gibt. reisediarrhoe, hepatitis a, lamblien, shigellen und weiss der geier was sonstnoch. natürlich hat's uns auch erwischt: eliane hat clevererweise vorgesorgt und das extra-packet windeln für yorick eingepackt; die stuhlfrequenz-steigerung von eins auf drei pro tag war somit kein problem. der kardiologe, der mit bleichem gesicht aufs frühstück verzichtet, ist auch nicht weiter schlimm, er verwaltet reiseapotheke und hilft sich selbst. etwas bedrohlicher der anästhesist, der, gerade kurz bevor die patientin die augen verdreht, kaum mehr an sich halten kann... dazu kommt noch die ausstattung der sanitären einrichtungen, die sich doch etwas von den unseren unterscheidet. im grunde genommen ist ja gegen ein steh-klo  nichts einzuwenden und hygienemässig einer verpissten brille allemal vorzuziehen. allerdings bedingt das steh-klo eine minimale treffsicherheit, die uns europäern in den letzten jahrzehnten abhanden gekommen ist, was bei wassermangel im spülkasten schon etwas unappetitlich werden kann. eine andere sache ist das klopapier. bei uns ist die nachschubfrage nur selten ein problem, in afrika dagegen gar nie: es gibt einfach keines, zumindest nicht im op. also was tun? da muss jetzt anita weyermann herhalten: "gring ache u seckle". matema ist wunderschön, wir sind seit ein paar stunden hier und sind jetzt schon hin und weg. morgen geht's weiter, noch ein paar statistiken, fazite und sonstige klugscheissereien.

19. mai 2019

 

der malawi-see - eine rekordverdächtige pfütze: neuntgrösster see der erde, 570 km lang, 75 breit, 700 m tief und über eine million jahre alt. ausserdem das fischreichste gewässer unseres planeten und auf 475 m über meer gelegen. die schweizer seen übrigens (die grösseren jedenfalls) liegen auch alle auf etwas über 400 m. zufall? allerdings haben die keine brandung - im gegensatz zu hier. da kommt schon was an ferienfeeling auf: ein laues lüftchen am abend, bbq am strand und nachts wellen, die friedvoll vor sich hin brechen. apropos brechen (neinnein, keine angst, es kommt jetzt kein weiterer exkurs über gastrointestinale geschichten), von krankheiten und unfällen sind wir bisher - knock on wood! - grösstenteils verschont geblieben. der ein oder andere dünnpfiff, ein migräneschub, ein grummelnder magen, eine fieberattacke und vielleicht mal ein anflug einer heimlichen heimwehkrise, aber das wars dann auch schon. nun gut, man soll den tag nicht vor dem abend loben, aber die chancen stehen gut. die chancen, am abend hier noch ein hippo zu sehen dagegen, standen so eher bei fifty-fifty. wir ziehen los, im gänsemarsch durch die feucht-heisse seeufer-landschaft, schwitzend und flüsternd, mit guide versteht sich - und werden belohnt: zwei hippos und ein junges, die röhrend und rülpsend die propeller-öhrchen aus dem wasser strecken und gleich darauf wieder abtauchen. wir - die zuschauer - warten aufs nächste auftauchen. unsere geduld wird schon etwas strapaziert, die dinger können die luft 60 minuten lang anhalten...

20. mai 2019

 

"wer will ein spanish omlett?" - "could you call the ward to bring the next patient?" - "forceps-forceps-scissors-ligature-ligature!" - "möchte festhalten, dass die patientin formell schockiert ist!" oha! am strand eingenickt und jetzt kommen erinnerungen hoch wie schlaglichter. wir sind alle müde, nicht nur vom ausflug heute morgen, irgendwie mehr. die letzten zwei wochen sitzen in den knochen und die paar tage hier am see tun gut. ein sanfterer übergang in den alltag zuhause. heute morgen also: wanderung angesagt, dem seeufer entlang am fusse der livingston mountain range, bis zu einem dörfchen, in dem tonwaren hergestellt werden. klingt ein wenig touristisch und ist es auch irgendwo: unser guide muss sich gegen andere guides behaupten, jedes dörfchen unterwegs verlangt eine "eintrittsgebühr" und die bootsfahrt über den see zurück ist auch nicht gerade geschenkt. weniger touristisch die dörfchen selbst: hütten aus bambusstangen mit lehm dazwischen wechseln sich ab mit unverputzten, windschiefen backsteinkaten mit rostigen blechdächern; am hinterlauf mit einem mosquitonetz-rest angebundene schweine liegen im schlamm; stinkender maniok, der erst gewässert, dann zum trocknen ausgelegt und zu mehl verarbeitet wird und überall müll, zivilisationsmüll, plastikshit ohne ende. gibt keine netten fotos für die diashow zuhause. dafür sind die menschen anders als bei uns. griesgram ist hier eher rar, wir werden gegrüsst und angelächelt, die kinder hüpfen neben uns her und rufen "pitcha, pitcha!" (ja, was heisst das wohl? - auflösung morgen) und alle sind sorgfältig und sauber gekleidet. die bilder sind verträglicher. am ziel gibts dann tatsächlich die tonwaren, schöne töpfe, grosse und kleine, von den frauen von hand gedreht - ohne scheibe - und ohne glasur gebrannt. für fünzig rappen das stück!! da bleibt einem schlicht die spucke weg! morgen geht's wieder zurück nach ifisi, umpacken, mittwochmorgen nochmal visite im spital und dann fliegen wir.

21. mai 2019

 

rückreise nach ifisi: vier stunden im landrover, die hälfte davon auf piste, unzählige polizeikontrollen, lastwagen mit rauchenden bremsen, da bleibt genug zeit, um bilanz zu ziehen. also erstmal die nüchternen zahlen: 12 kropf-ops, 2 hals-zysten, 3 hauttransplantationen, 1 zehenamputation, 49(!) kaiserschnitte - ok, nicht alle von caterina gemacht, aber hallo: welches schweizer spital kriegt das hin? - 100 ultraschall-untersuchungen bei schwangeren und 50 bei herzpatienten. was aber bleibt unterm strich? adela - frau, afrikanerin und ärztin! - kann selber untersuchungen durchführen; caterinas lehrlinge sind sicherer mit dem ultraschallgerät, aber vor allem:  die hands-on feuerwehrübungen von caterina und tanja sind eingefahren: während beim ersten blue-baby-alarm die hebammen noch etwas konsterniert rumstanden (blue baby= neugeborenes mit sauerstoffmangel), waren sie bei den weiteren übungen schon etwas sicherer und das übungsbaby hat eigentlich immer überlebt. nette randbemerkung: eine begeisterte mutter wollte ihr eigenes neugeborenes für die runs zur verfügung stellen... also fazit: theorie is ja gut, aber  hands-on is better! to be continued next year. die chirurgie-seite hat auf der teaching-seite schon etwas geschwächelt (ist auch schwierig beim dauernd wechselnden personal), aber das gute dutzend patienten wäre ohne uns schlechter dran gewesen. noch ein kleines gedankenspiel zur guten nacht: das fermi-problem. enrico fermi war physik-nobelpreisträger (hat leider auch an der atombombe mitgebastelt) und ausserdem vater des educated guess: wie kann man, wenn man im grunde keine ahnung hat, die lösung einer frage abschätzen? hier die frage: wieviele meter faden haben wir bei den chirurgischen eingriffen in den letzten zwei wochen verbraucht? fact: 12 kropf-op (die anderen vernachlässigen wir). annahmen: bei jeder op ca. 75 ligaturen (= blutgefäss-unterbindungen), jeder ligaturfaden 40 cm lang. macht 360 meter, der umfang eines fussbaldfeldes. just imagine!

nachtrag zum 21. mai: "pitcha, pitcha" heisst "picture, picture". die kids wollen fotografiert werden.

22. mai 2019

 

so, jetzt wollen wir den spiess mal umdrehen! die redensart haben übrigens die germanen schon verwendet, wenn sie im kampf ihrer waffe verlustig gingen und dann versuchten, dem gegner den spiess zu entreissen, um ihn dann eben gegen ihn zu wenden. wenden wir also! bisher waren immer wir diejenigen, die mit dank überschüttet wurden. bei jedem treffen, jedem anlass wurden wir in den himmel gelobt für unsere taten. aber mal hand aufs herz, ohne massive unterstützung wär da nicht viel gelaufen. hier in ifisi waren wir permanent auf petra und susi angewiesen, die nicht nur wissen, wie hier der hase läuft (ich sag nur "narkosegas auftreiben"), sondern swahili so gut wie die einheimischen sprechen. lydia, die gute seele unseres etablissements, umsorgt uns wie vögelchen im nest: autofahrten, weinnachschub, waschdienst organisieren. und alle im spital, die sich jedesmal wieder an unsern schweizerisches pace gewöhnen müssen und damit pausenlos am anschlag laufen. nicht zuletzt schulden wir den daheimgebliebenen dank, die während unserer abwesenheit den laden ohne uns schmeissen mussten: familie, freunde, arbeitskollegen. asante sana!

heute beginnt die heimreise. das mit dem ersten schritt kennt ihr ja schon. der war jetzt so ein wenig treten an ort, aber ein sehr angenehmes treten: letzte visite im spital. es geht allen gut! gibt keine schönere bestätigung: die hauttransplantate beim schnüggel sind fast gänzlich sauber angegangen, die kropf-patientin, die noch vor ein paar tagen aussah wie ein michelin-weibchen, ist deutlich weniger geschwollen und lächelt sogar ein bisschen. nun gut, es knistert noch ein wenig beim lächeln, aber das wird schon wieder (nb: knistern unter der haut heisst luft unter der haut. da hatte wohl die luftröhre wärend der op etwas abgekriegt. klingt dramatisch, ist aber voll ok). debriefing-sitzung im spital, alle sind happy (das mit dem spiess hatten wir auch schon), lehrreiche fazite (staff is key! stete ausbildung höhlt die fehlerquellen! supply is key! - jaja, narkosegas), viele wünsche und gute ideen für die nächsten einsätze (prostata-eingriffe, laparoskopie).

jetzt sitzen wir in dar-es-salaam am flughafen und warten auf's boarding. mit zweieinhalb stunden verspätung in songwe gestartet, dr. martin in dar getroffen, fritten, coke, beer und jetzt eben warten. nicht mehr lange, dann inflight-food, ein paar filmchen, ein wenig dösen bis die nackenstarre zuschlägt. und dann wird uns good old uswisi wieder haben.

23. mai 2019

 

happy landing. die liebsten holen uns ab, letzter kaffee am flughafen, dann geht jeder seines wegs. heimfahren, auspacken, wäsche, müde, den alltag wieder auf die reihe kriegen. viel zu erzählen? das ist so ein ding. wir haben viel erlebt, einiges erzählt sich leicht, anderes weniger. vieles interessiert, manches weniger. nicht alle wollen alles wissen, nicht alles wollen wir erzählen. manchmal fehlen die worte, manchmal die musse. eine bitte an die daheimgebliebenen: gebt uns etwas zeit! wir sind wohl wieder da, aber vielleicht noch nicht ganz angekommen...

21.11.2019 jetzt kommen die weihnachtsmärkte und wir sind mit dabei. das wann und wo findest du hier...

03.112019

unser jüngstes projekt "twenty 4 forty" hat gestartet. lesen sie mehr auf unserem flyer 

26.10.2019 heute ist es so weit - das herbst team setzt sich in Marsch und fliegt nach Tanzania. 

folgt dem blog um mehr zu erfahren...

04.10.2019 seit wenigen tagen sind unsere diesjährigen gäste aus tanzania wieder für einige wochen bei uns in der schweiz. lies hier weiter über die erlebnisse von sella und zaina.

02.10.2019 am letzten wochenende waren wir wieder aktiv... und diesmal bei herrlichem wetter am höngger wümmetfäscht.

23.09.2019 die marksaison ist eröffnet. am wochenende hatten wir unseren ersten einsatz in diesem spätsommer/herbst in winkel...

06.09.2019 die märt saison startet wieder und damit auch unsere präsenz an diesen anlässen. auf einen besuch würden wir uns freuen! den anfang macht der herbstmärt in winkel. details findest du hier ...

02.08.2019 die daten und details für unser auftreten an verschiedenen herbst- und weihnachtsmärkten sind da. checke hier...!

21.06.2019 das mbalizi hat nun eine richtige notfallstation! vor wenigen wochen fand die feierliche eröffnung statt und ein team von uns war dabei ... mehr gibt es hier!

15.05.2019 2. generalversammlung des vereins zurich-meets-tanzania. kein stimmungsbericht, nur facts.

29.04.2019  das team für den frühlingseinsatz trudelt langsam zu den startlöchern: am samstag geht's los. und auch der blog ist bereits aufgeschaltet.

19.03.2019 nächster einsatz in afrika steht schon bald vor der tür! weitere infos folgen...unser team bereitet sich vor

24.12.2018 der jahresrückblick von christoph schubert ist nun online!