tagebuch september 2013

03.09.2013

 

in drei tagen ist es soweit und wir fliegen via nairobi nach dar es salaam wo wir lydia maag, unsere "lokale koordinatorin" treffen werden. nach einer übernachtung fliegen wir am 08.09.2013 dann weiter nach mbeja.

 

06.09.2013

 

ready for take off! alles ist bereit, alle sind in den startlöchern. morgen um 0930h startet der airbus a-330-300 der swiss flugnummer lx292 richtung dar es salaam mit einem kurzen stopover in nairobi. geplante ankunft lokalzeit 18:45 (mez +1h).

 

07.09.2013

 

mit 20 eishockeytaschen voll mit hilfsmaterial und einigen persönlichen sachen beladen machen wir uns auf den trip nach ostafrika. nach einem ruhigen und angenehmen flug landen wir pünktlich in dar es salaam. die visa formalitäten nehmen einige zeit in anspruch, dafür wird nachher unser gepäck nicht kontrolliert … lydia holt uns mit einem kleinbus am flughafen ab und fährt uns zu unserer unterkunft, wo wir noch gemeinsam abendessen und unsere taschen sortieren. Die hälfte geht mit zwei landrover auf dem landweg nach ifisi, der rest kommt mit uns auf’s flugzeug. zu guter letzt gibt es noch ein kaltes bierchen und dann ist lichterlöschen.

 

08.09.2013

heute steht unser weiterflug nach mbeya auf dem program. auch heute klappt alles wieder wie am schnürchen und wir landen nach einem 90 minütigen flug mit einer grossen turboprob maschiene  auf dem neuen flughafen nah am spital.  zu unserer überraschung werden wir von einer grossen delegation schon erwartet. Auch dr. kimaro und njenjema, unsere freunde welche im frühjahr bei uns in zürich waren, sind da um uns willkommen zu heissen. zudem ist auch die missions- und spitalleitung mehrfach vertreten! Bei einem kurzen mittagessen wird der nachmittag besprochen und organisiert. ziel ist es neben der inbetriebsnahme der anästhesiemaschinen und sortierung des weiteren materials schon genügend patienten für unsere ersten op-tage zu untersuchen. erste befürchtungen über ein langsames anlaufen unserer operationstätigkeit werden im keime erstickt … wir werden mit patienten förmlich überlaufen… neben vielen frischen und auch älternen frakturen und nicht verheilten brüchen sehen wir viele chronische vereiterte wunden und laszlo erstellt schon eine liste mit fast zwei dutzend kropfpatienten. am abend sind wir alle von der spital- und missionsleitung zu einem welcome dinner eingeladen.

 

09.09.2013

 

der erste "richtige tag" im spital, der erste op tag. gleich nach dem frühstück gehts los, um 0730h sind wir heute bei der morgenandacht dabei und erleben wie die angestellten den arbeitstag mit lautem singen und tanzen fröhlich beginnen. bei dieser gelegenheit werden wir dem spitalpersonal vorgestellt. martin ist mit seiner crew schon früher im ops und sie suchen medikamente zusammen, kontrollieren ihr material und leiten die ersten patienten ein. ein saal ist gefüllt mit traumapatienten, wobei die meisten davon veraltete oder falsch behandelte verletzungen betreffen, einige davon kinder und viele mit chronischen infekten nach frakturen. so reponieren wir, montieren fixateure, debridieren schlangenbisse (ruben!!!), verplatten verkürzte femurfrakturen und spicken blind handgelenke. im anderen saal geht es hoch zu und her. eliane und laslzo operieren am ersten tag gleich drei grosse kröpfe. diese operationen nehmen mit den wechseln den ganzen tag in anspruch, um 2030h ist dann endlich schluss.

 

tina schliesst freundschaft mit jackson, einem kleinen jungen mit verbrennungen. mit der ergotherapeuten zusammen bastelt und spielt sie mit den kindern, eine willkommene abwechslung für die kleinen, die zum teil schon mehrere wochen im spital sein müssen.

 

 

10.09.2013

 

heute kommt es zu einer (nicht ganz ernst gemeinten …) ersten konfrontation zwischen anästhesisten- und chirurgenfraktion. während die chirurgen schon vor acht auf den verschiedenen wards auf visite gehen und auf nachricht vom op warten, dass die ersten patienten nun bereit und auf dem tisch liegen, warten die anästhesisten zunehmend ungehalten auf das spontane auftauchen ihrer kollegen. sorry, nun müssen wir aufgrund dieses missverständnisses halt die verlorenen fünfundvierzig minuten wieder aufholen! die sprechstunden werden in den op verlegt, so dass wir zwischen den operationen möglichst speditiv so viele patienten wie möglich sehen können. unsere op bücher füllen sich zunehmend, langweilig wird uns nicht. in den ersten tagen hat daniela viel material verräumt, sets kontrolliert und ergänzt. heute steht sie am tisch und hilft mit bei der ersten zementierten hüftteilprothese in ifisi!

 

elvire unterstützt bei mehreren geburten respektive kaiserschnitten, unter anderem ist auch eine zwillingsgeburt dabei. bei einem kaiserschnitt kommt zu unserer überraschung noch ein riesiger tumor des uterus zum vorschein. so kommen wir auch noch zu einem richtig grossen baucheingriff, der tumor wird mit dem uterus en bloc entfernt- mutter und kind geht es gut. tina geht mit lydia auf den lokalen markt und kauft ein. nicht nur gemüse, auch ein kasten safari lager und etwa amarula ist dabei… das selber gekochte nachtessen schmeckt herrlich.

 

 

11.09.2013

 

das highlight am heutigen tag ist eindeutig das traditional swiss dinner, aber das findet erst am abend statt. darum alles mal der reihe nach….

 

inzwischen sind viele abläufe schon fas automatisiert: frühstück um 0715h, visite im spital um 0800h, op-beginn (wenn alles klappt …) um 0830h. petra, eine schweizer krankenschwester, welche seit etwa eineinhalb jahren hier auf den abteilungen arbeitet, wartet meist schon auf uns auf der männerabteilung. danach gehen wir zu den frauen, nachher zu den kindern. wir visitieren jeden tag unsere operierten patienten und immer wieder frische ankömmlinge zur beurteilung. so wird uns heute auch eine fünfundreissig jährige frau vorgestellt mit einem etwa drei tage alten verschobenen bruch des oberschenkelschaftes. Sie wohnt ungefähr 90km von hier und wurde mit einem pickup truck auf holprigen strassen  ins spital gefahren. die operationsindikation ist klar und wir planen eine marknagelosteosynthese (sign nail), natürlich wie alles hier ohne intraoperatives röntgen.

 

unseren patienten auf den abteilungen geht es allen gut. die schilddrüsenpatienten sind gut bei stimme und haben keine atemprobleme, die wunden der „knochenpatienten“ sehen gut aus und die patienten sind zufrieden. besonders freut uns ein alter mann, dem wir am vortag einen monate alten schenkelhalsbruch mit einer zementierten prothese versorgt haben. Wir treffen ihn am bettrand sitzend beim essen an. er ist sehr happy, denn er hat viel weniger schmerzen als vorher. mit etwas hilfe ist er auch schon wieder ordentlich gut zu fuss unterwegs.

 

nach einem vollen op-programm treffen wir die vorbereitungen für das traditional swiss dinner. dazu haben wir alle vom op team eingeladen und noch weitere leute vom spital mit denen wir immer wieder zu tun haben. wir verteilen für das raclette (wir haben 8kg käse importiert…) kleine einheimische kartoffeln auf backblechen, legen raclette käsescheiben darüber und schieben alles in den backofen. eine kalte platte mit bündner fleisch, rohschinken, mostbröckli und landjägern darf auch nicht fehlen. gegen acht uhr treffen unsere gäste ein, praktisch alle, die wir eingeladen haben, kommen. das freut uns natürlich sehr. Der käse teilt die geister der einheimischen. dieses schweizer grundnahrungsmittel ist den leuten hier in tansania fremd – und dann noch geschmolzen … trotzdem finden sich auch einige käseliebhaber unter den gästen und die bleche sind bald leer gegessen, auch die kalte platte überlebt nicht lang!

 

 

12.09.2013

Unsere anästhesie equipe ist auf zack und ein meister im improvisieren. damit wir nicht alle im halothan nebel versinken, wird der schlauch kurzerhand zum fenster hinausgeleitet. aufgrund der medikamentenknappheit werden immer wieder neue kombinationen „erfunden“ um unsere patienten effektiv zu narkotisieren. auch das teaching von malongo und seinen kollegen nimmt einen wichtigen platz ein in martin’s tagesablauf. sie müssen ja in die beatmungsgeräte und das intraoperative monitoring eingeführt werden. In zwei wochen sind sie wieder auf sich alleine gestellt, bis dann muss es klappen.

 

nadine betreibt den trauma saal und versucht die afrikanischen wechselzeiten dramatisch zu verkürzen.  Und so gleichen sich die einheimischen auch ein bisschen unserer arbeitsweise an während wir alle auch den afrikanischen groove in uns spüren. kathrin organisiert das ganze mitgebrachte anästhesiematerial neben ihrer kerntätigkeit am kopf des patienten. sie gräbt im materiallager ein altes intubationsset der schweizer armee mit allem zubehör aus. sogar die batterien sind noch vorhanden, diese leclanche elemente datieren zurück auf das jahr 1987 (!) und man glaubt es kaum, sie haben immer noch saft und bringen das lämpchen zum brennen. wenn es martin ernst meint mit seiner wette, dann muss er nun wieder freiwillig nach einigen jahren in den militärdienst einrücken …

 

 13.09.2013

 

heute ist der letzte op tag dieser woche. alle freuen sich auf die verdienten ruhetage am malawisee. aber noch einmal wird vollgas  gegeben. wir operieren in zwei sälen bis nach 2000h. bevor wir jedoch die pickel auf die seite stellen, werden noch die nächsten op tage nach dem wochenende besprochen und fest gelegt. auch unsere tansanischen kollegen sind froh über die bevorstehende ruhepause und dementsprechend ist auch die stimmung. nach arbeitsschluss fahren wir zusammen zu einer kaffeefarm in der nähe und geniessen in einem tollen ambiente ein gutes nachtessen mit wein und amarula. erst nach mitternacht kommen wir wieder in unserer unterkunft an...

 

 

14.09.2013

 

heute steht die fahrt mit den zwei land rover zum lake nyasa (malawisee) an. alle freuen sich auf die freitage und die zeit etwas auszuruhen. die fahrt ist fantastisch. über die alte deutsche kolonialstrasse fahren wir durch die berge vorbei an kleinen dörfern, feldern und noch ursprünglichen wäldern. überall werden wir von winkenden und lachenden kindern begrüsst. die gegend ist sehr fruchtbar, es ist ein stetiges wechselspiel von bananen, mais, tee, kaffee, maniok und vielem mehr. nach dem pass, welcher auf zirka 2000m über meer liegt, fällt die strecke kontinuierlich ab bis wir schlussendlich nach etwa vier stunden fahrt am fuss der livingstone range den nördlichsten zipfel vom lake nyasa in matema erreichen. auf dem weg haben wir noch 5l joghurt (!) und bananen eingekauft.

 

wir beziehen unsere zimmer in der einfachen aber wunderbar gelegenen lodge direkt am strand. wüsste man es nicht besser, man würde glauben, wir seien am meer. der see ist riesig und reicht über 600km weit nach süden. am abend probieren wir verschiedene lokale spezialitäten, trinken unser bier und als highlight des abends zaubert laszlo noch eine flasche feinen cognac hervor...

 

 

15.09.2013

 

heute haben wir einen ganzen tag zum ausspannen. während die einen zum fotografieren schon vor sonnenaufgang am strand anzutreffen sind, lassen andere den ganzen tag seele und beine baumeln. ein paar von uns nehmen sich einen lokalen guide und wandern in die berge zu einem wasserfall mit einem natürlichen pool. die gruppe ist begeistert von diesem trekking ausflug...

 

wegen der gefahr einer ansteckung mit billharziose, einer schweren parasitären erkrankung, welche über wasserschnecken übertragen wird, sollte in den meisten regionen dieses sees unbedingt nicht ins wasser gegangen werden. matema ist diesbezüglich eine ausnahme, aufgrund der ausgedehnten sandstrände ist das baden im 28 grad warmen wasser problemlos möglich da die schnecken den sandigen untergrund meiden!

 

es ist faszinierend den lokalen fischerleuten zuzuschauen wie sie in ihren einbäumen mit am bug montierten petrollampen nacht für nacht zum fischfang ausfahren und erst wieder bei morgengrauen zurückkehren. kein motorengeräusch stört die idylle.

 

 

16.09.2013

 

heute fahren wir wieder zurück nach ifisi, aber erst nach mittag. am morgen wird noch einmal ausgeschlafen und in ruhe gefrühstückt. ein paar von uns besuchen noch das lokale spital in matema. dieses wird von einer deutschen ärztin geleitet und gehört zu den lutheranern. obwohl das spital deutlich kleiner als "unseres" in ifisi ist, ist es zum teil sehr gut ausgerüstet. so finden wir zu unserem erstaunen ein labor, welches technisch kaum wünsche offen lässt. wir treffen auch auf einen deutschen ingenieur aus stuttgart, welcher einen monat seiner ferien hier verbringt und eine moderne photovoltail anlage mit speicherbatterien aufbaut, welche das spital völlig unabhängig vom lokalen instabilen stromnetz macht .gegenwärtig bauen sie auch eine palliativabteilung und eine intensivstation. wie diese dann aber einmal betrieben werden soll, ist uns ein rätsel ... die lage des spitals aber lässt keine wünsche offen mit seiner direkten strandlage und dem blick auf den see!

 

wir fahren einen etwas anderen weg wieder zurück nach ifisi und besuchen noch den markt in mbalzi, wo wir uns mit verschiedenen goodies eindecken. morgen in der früh geht es wieder weiter im op, das programm is geschrieben und wir nehmen die zweite hälfte unserer zehn operationstage ausgeruht und motiviert in angriff!

 

 

17.09.2013

der erste op tag dieser woche ist ein recht mühsamer… heute operiert dr. kimaro seine erste zementierte hüftteilprothese. leider kommt es fast unbemerkt zu einem zwischenfall als der zement unsteril angereicht wird und dadurch alle instrumente auf dem tisch unsteril gemacht werden. zu diesem zeitpunkt sind die chirurgen schon dabei einen bruch im oberschenkelschaftbereich mit drähten zu stabilisieren, den wir wohl selber beim aufraspeln verursacht haben … zum glück ist daniela da und macht uns auf den fatalen fehler aufmerksam. wir spülen die wunde mit desinfektionslösung, stopfen alles mit tüchern ab, verschliessen die wunde wasserdicht und fahren den patienten auf die abteilung zurück. am ende des op tages dann kommt er noch einmal in den op und bei nun sterilen verhältnissen und instrumenten wird die hüftprothese einzementiert. so können wir zu guter letzt die operation noch zu einem guten ende bringen. ein richtiger aufwachraum oder gar eine intensivstation wird in diesem fall nun schmerzlich vermisst und wir merken, wie dünn das eis wird mit unseren mitteln, wenn mal etwas nicht so gut läuft wie vorgesehen. wir hoffen sehr, dass sich unser patient nun bald wieder erholen wird.

unsere „kropf crew“ entfernt in der zwischenzeit ohne grössere probleme und praktisch ohne blutverlust eine 20cm im durchmesser messende struma, die grösste in den letzten tagen! sie sind ganz aufgeregt und stolz…  wie fast an jedem tag sind wir erst gegen neun uhr abends fertig und fallen mit heisshunger über die leckeren „älplermagronen ifisi style“ her.

 

18.09.2013 

heute sind unsere anästhesisten besonders gefordert, es gibt einen erst 4 jährigen buben mit einem stark verschobenen bruch im ellbogenbereich zu narkotisieren. weil eine röntgenkontrolle während der operation nicht möglich ist, müssen wir wie bei allen verschobenen brüchen hier den bruch sparsam freilegen und unter sicht einstellen und fixieren. als trost kriegt der kleine am schluss noch einen teddybären geschenkt von tina, die ihn nach der operation überwacht bis er von der abteilung abgeholt werden kann.

 heute müssen wir viel improvisieren. ein auswärts eingebrachter nagel ist viel zu tief in das schienbein eingebracht worden und ragt bis ins sprunggelenk. zudem ist die schienbeinfraktur zwar schön eingerichtet aber leider nicht verheilt. wir entscheiden uns dafür den marknagel zu entfernen, den markraum neu aufzubohren (natürlich alles von hand …) und einen neuen, kürzeren nagel einzubringen. dummerweise sitzt der nagel so fest, dass wir ihn kaum raus bekommen. und als der nagel dann endlich von ruben ausgeschlagen werden kann, haut er damit christoph fast k.o. als er ihm den nagel um die ohren haut. leider ist die gewünschte nagelhälfte nicht an lager, so dass wir kurzerhand einen längeren nagel unsteril auf die gewünschte länge absägen, nun muss der nagel aber noch aufsterilisiert werden. gemäss njenjema ist das in rund 10 minuten möglich. wie soll das gehen? bei uns in der schweiz warten wir in solchen situation immer mindesten 45 minuten… daniela geht der sache auf den grund und schaut sich das ganze sterilisationsmanöver an. was sie uns dann zu erzählen hat, haut uns fast vom hocker! der nagel wurde einfach in 96%-igen alkohol eingelegt und die ganze schale kurzerhand in brand gesteckt. nach 10 minuten im reinigenden feuer wurde der nun sterile nagel aus der schale genommen und am op tisch gekühlt bevor wir ihn dann problemlos implantiert haben… unglaublich aber wahr…wie man sieht, es geht auch so-einfacher und erst noch schneller!

 

das internet respektive die verbindung zum internet stellt uns immer wieder vor grössere probleme. der server funktioniert nur sporadisch, darum können auch unsere tagebucheinträge – obwohl täglich verfasst – nur unregelmässig und dann meist mehrere miteinander an dieser stelle ins netz gestellt werden. Sorry, hakuna matata!

 

19.09.2013

neben dem normalen op betrieb, welcher natürlich auch wieder läuft, liegt der fokus heute klar auf den unmengen material, welche sich im „op store“ türmen. die meisten kisten sind unsortiert und bei vielen sachen, weiss vor ort niemand wie man sie richtig braucht und einsetzt. so liegt dieses material mehr oder weniger unbeachtet ohne verwendung im store und mottet vor sich hin. zum teil finden wir auch völlig sinnloses material, welches hier nie und nimmer von nutzen ist. so kann man sich nur schwer vorstellen für ein spezialspreizer für bandscheibenchirurgie oder andere neurochirurgische instrumente hier zu suchen haben …anderes material ist defekt oder auch unvollständig. man wird da den eindruck nicht los, dass material nicht nur nach afrika geschickt wird damit es sinnvoll weiterverwendet werden kann, sondern mehr um es elegant zu entsorgen … wir finden aber auch wahre schätze wie plattenspanner, bohrhülsen, markraumbohrer oder gefässchirurgische instrumente. in mühsamer kleinarbeit sortiert kathrin das anästhesiematerial während daniela sich mit den einheimischen operationsschwestern um die chirurgischen instrumente und implantate kümmert. ein grosser dank den beteiligten, diese arbeit ist viel wert, wenn auch sehr aufwendig!

 

während dessen besucht tina heute mit lydia eine lokale schule mit ca. 450 schülern. in dieser schule wird ausschliesslich in englisch unterrichtet von der kindergartenstufe an bis zur siebten klasse. mit der schulleiterin diskutiert tina wie die zkünftige unterstützung aussehen könnte. die lehrer sind sehr angetan von den mitgebrachten lehrmitteln und engagieren sich sehr für eine zukünftige zusammenarbeit. markus lehner wird im kommenden januar auf beginn des neuen schuljahres eine sekundarschule eröffnen. auch er möchte gerne mit den lehrmitteln von cambridge arbeiten. so nimmt unser projekt von einem anfänglich rein chirurgischen fokus immer grössere dimensionen an!

 

20.09.2013

 

heute beginnt der tag sehr traurig mit der oberschenkelamputation des 15 jährigen samuel. dieser junge hat sich vor mehreren monaten eine schwere verletzung am knie zugezogen, als er sich während eines epileptischen anfalles verbrannte. die weichteile waren bis auf den knochen zerstört und in der folge hat sich ein chronischer infekt des knochens entwickelt, der nun in einem völlig kontrakten und funktionslosen knie geendet hat. ein erhalt des beines mit einer wiederherstellung der funktion ist leider nicht möglich. das bein behindert ihn nun mehr als es ihm hilft. wir schlagen ihm schweren herzens eine amputation vor. mit einer guten stumpfversorgung wird er viel besser zurecht kommen als mit der aktuellen situation. er wird wieder in die schule gehen können und muss nicht mehr monatelang im spital bleiben. nach mehrern tagen hin und her willigen auch samuel's verwandte ein und so können wir den eingriff heute durchführen. samuel's kleiner freund jacky wartet vor dem op trakt. er macht sich grosse sorgen und möchte seinen freund unbedingt so rasch als möglich sehen nach dem eingriff. so stecken wir ihn in op kleider und er bleibt bei samuel's liege bis dieser auf die abteilung verlegt werden kann.

 

 

21.09.2013

unglaublich aber wahr, der letzte arbeitstag im mbalizi hospital ist da. auch heute werden zwei op säle voll betrieben und der lokale staff ist vollständig anwesend um mit uns nochals richtig gas zu geben. nach arbeitsschluss nachen wir noch ein gemeinsames gruppenfoto, dabei geht es hoch zu und her. am abend holen uns lydia und susi mit ihren land rover ab und wir fahren an den fuss des mount mbeya, wo wir eine kaffeefarm besichtigen können. Die privatführung durch den besitzer, einen gebürtigen bayer durch das ehemalige kolonialgut ist spannend und faszinierend. über eine halsbrecherische schotterpiste geht es dann in stockdunkler nacht zurück zu unserer unterkunft. keine minute zu früh, denn es warten schon einige leute vom spital auf uns um uns bei einem richtigen „african dinner“ zu verabschieden. wie in afrika üblich, richtet sich der ganze ablauf nach einem strengen protokol. das essen ist ausgezeichnet, wir probieren, maniok, elefantenohrenwurzeln, frittierte kochbananen, speziellen reis und gemüse. nach dem dinner und einigen reden werden wir noch grosszügig beschenkt. von den op leuten kriegen alle unsere frauen ein traditionelles kleidungstuch sowie eine kleine specksteinschale. wir männer werden mit einem original fussballnati t-shirt von tanzania und einem blechspiel land rover beschenkt. ein wirklich gelungener und sehr schöner abend geht zu ende als wir uns von allen unseren kollegen hier verabschieden.

 

 

22.09.2013

zu unserer überraschung wartet jacky auf uns beim frühstückstisch. offensichtlich hat er sich aus dem spital geschlichen. selbstverständlich isst er auch gleich mit bei uns und langt dabei tüchtig zu. Er scheint zu spüren, dass unsere zeit hier im mbalizi hospital heute zu ende geht. Nach dem frühstück machen wir noch einmal ausgedehnt visite bei allen noch im spital verbliebenen patienten, welche von uns operiert wurden.  es geht allen gut, einige der patienten können heute noch nach hause entlassen werden. ruben hat für dr. kimaro noch eine übergabe geschrieben mit dem weiteren procedere für die noch nicht fertig behandelten patienten.

wir kriegen auch noch reis mit auf die reise. dieser ist von dr. kimaro und njenjema für einige leute in der schweiz gedacht. sie wollen sich so für die gastfreundschaft in der schweiz bedanken! wie wir die drei säcke a total 15kg aber in das kleine propellerflugzeug kriegen, welches uns vom ruaha national park nach dar es salaam fliegen wird, ist noch nicht geklärt…

markus lehner zeigt tina und christoph noch sein schulprojekt in songwe, etwa 10 minuten fahrt auf dem transafrican highway entfernt vom spital. auf einem riesigen areal wird hier eine schule für vorerst etwa 600 schüler gebaut, später soll diese bis 2000 schüler aufnehmen können! in rekordzeit wir das ganze areal überbaut, so dass mit dem schulbetrieb voraussichtlich im januar 2014 gestartet werden kann. wir sind sehr beeindruckt von diesem projekt und der energie und freude, die markus ausstrahlt als er uns auf dem bauplatz herumführt.

am nachmittag machen wir uns auf den weg zu den heissen quellen in der nähe. einige von uns gehen die 7km zu fuss, einige andere bevorzugen den land rover. bei einem superben bbq werden die besten stücke von warzenschwein  und eland antelope serviert, alles frisch von der jagd vom letzten wochenende. wir sind alle begeistert. dieser abend ist wirklich ein gelungener abschluss unserer zeit hier in ifisi und der sonnenuntergang ist einmalig. ein grosses dankeschön unseren gastgebern!

 

23.09. - 26.09.2013

 

montagmorgen, 0630h: alle sind vor dem hotel mit ihrem gepäck bereit um zu verladen. es ist zeit sich von ifisi zu verabschieden. eliane ist schon früher heute morgen nach sambia abgefahren. wir reisen mit susi, lydia und samy in zwei land rovern richtung ruaha national park. nach einer langen und staubigen fahrt erreichen wir am nachmittag den park. alle sind schon sehr gespannt. vor sonnenuntergang bleibt nicht mehr viel zeit und so fahren wir fast auf dem direkten weg zur river lodge. direkt heisst aber nicht, dass wir nichts sehen … schon in den ersten minuten sehen wir elefanten, hippos, krokodile, kudus, impalas und natürlich auch giraffen, es ist kaum zu glauben.

 

in der lodge angekommen, beziehen wir unsere bandas. alle liegen direkt am great ruaha river, welcher zu dieser zeit des jahres fast ausgetrocknet ist und nur noch aus einem recht dünnen rinnsal und einigen pools besteht. durch die wasserknappheit konzentrieren sich die tiere um das noch verbliebene wasser herum und schon von der eigenen kleinen terrasse aus kann man die tiere sehr gut beobachten. in der nacht sieht man sie dann kaum mehr, dafür hört man sie umso besser. samy nennt das „the sound of africa“ ...

in den zwei nun folgenden tagen sind wir von früh bis spät im park unterwegs. die konzentration von elefanten, antilopen und giraffen ist unglaublich. jeden tag begegnen wir löwen. oft können wir sie aus nächster nähe beobachten. an einem morgen treffen wir als absolutes highlight auf ein paar löwen welche frisch ein zebra gerissen haben. später am tag suchen wir diesen ort nochmals auf und wir haben das glück, dann das ganze rudel inklusive den baby löwen beim „festmahl“ zusehen zu können.

überhaupt sehen wir viele juntiere und auch auf den seltenen leoparden treffen wir dreimal, wie er auf einem sausage tree auf beute lauert…. die landschaft ist überwältigend und sehr abwechslungsreich. vom dach des land rovers aus lässt sich das am besten geniessen. der stete wechsel von dornenbuschwäldern, ausgetrockneten flusslandschaften, savanne, kopjes und den mächtigen allgegenwärtigen baobab bäumen hinterlässt in uns allen tiefe eindrücke.

 

27.09.2013

 

heute morgen unternehmen wir in aller frühe noch eine pirschfahrt bevor wir dann mit einer cessna caravan direkt aus dem ruaha national park nach dar es salaam geflogen werden. es ist zeit sich von lydia, susi und samy zu verabschieden. alles klappt wie am schnürchen und pünktlich hebt die a330 der swiss in dar ab, goodbye tanzania!

 

 

28.09.2013

 

nach einem sehr angenehmen flug landen wir um 0617h in kloten. so findet unser trip einen guten abschluss und alle sind müde aber gesund wieder zu hause.

 

wir möchten uns noch für die unregelmässigen uploads dieses tagebuchs entschuldigen. der internet zugang war sehr unzuverlässig und an manchen orten gar nicht vorhanden. aus diesen gründen konnte leider nicht jeder tageseintrag sofort ins web gestellt werden. wir hoffen, das lesen unserer berichte hat trotzdem spass gemacht.

 

zum schluss nochmals ein grosses dankeschön allen beteiligten personen in tanzania und der schweiz, welche uns auf dieser reise unterstützt haben. ganz besonders ist hier lydia hervorzuheben, welche alles von tanzania aus so hervorragend organisiert hat und immer da war um zu helfen. asante sana!

 

 

 

 

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30.05.2018 endlich haben wir das promo video von michael auf unserer webseite veröffentlichen können. es gibt in 02:56 minuten einen kurzen einblick in unsere aktivitäten. schau rein ...

24.03.2018 am samstag, den 07.04.2018 findet die gv und unser jahrestreffen statt. zur planung ist eine anmeldung erforderlich. weitere details findet ihr hier...

23.03.2018 unser anästhesist christoph schubert ist auch buchautor.  wer gerne brass musik hört und bei witzigen schwarz humorigen geschichten schmunzeln will, der soll sich den  25.03. 2018 dick in die agenda eintragen! hier mehr...

06.03.2018 direkt zum tagebuch märz 2018...lesen sie, wie sich das team auf den einsatz vorbereitet und begleiten sie uns virtuell mit nach afrika...zum blog

01.03.2018 im frutigländer wurde ein artikel über den einsatz von marika schmidt im speziellen und unser projekt im allgemeinen publiziert. hier gehts zum zeitungsartikel...

17.02.2018 das team für den spring einsatz 2018 hat sich formiert und macht sich bereit. mehr hier...

03.12.2017 gestern fand der traditionelle weihnachtsmarkt statt. auch wir waren dabei ...

28.10.2017 nun ist es soweit: das herbstteam 2017 setzt sich in marsch. alles weitere im aktuellen blog hier...

10.10.2017 bald ist das fellowship für die zwei gäste aus tanzania vorbei. hier geht es zu ihrem "abschiedsbrief":

03.09.2017 nun sind sie da! heute morgen früh sind dr martin mbwile und sein kollege dr. jacob mbembela in zürich kloten gelandet für ihr mehrwöchiges fellowship im waidspital. hier geht's direkt weiter zum blog...

25.08.2017 auch dieses jahr möchten wir unseren gästen aus tanzania einiges über uns und unser land zeigen. wer sich weiter darüber informieren und mitmachen will, klickt hier und ab geht's zum doodle...

24.08.2017 im der aktuellen ausgabe vom virus, der personalzeitung des des spitals bülach ist ein interessanter artikel über die erfahrungen von caterina bezüglich der geburtshilfe in ifisi erschienen. hier geht's direkt zum artikel...

25.08.2017 am 03. september ist es soweit, dr. martin mbwile und dr. jacob mbembela werden in kloten landen um sich im rahmen eines fellowships unseres projektes einige wochen in schweizer spitälern gezielt weiterzubilden. mehr dazu findest du hier...

15.06.2017 am 5. juli werden lászló veréb und stefan christen einen fotovortrag im waidspital halten. so sieht's aus...

26.04.2017  der verein ist online! anmeldungen für mitglied- und gönnerschaften werden ab sofort entgegengenommen. da geht's lang...

23.04.2017  jetzt ist's offiziell: seit heute ist "zurich-meets-tanzania" ein verein...mehr

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05.02.2017  das spring team hat sich formiert und rollt richtung startlöcher...mehr

27.11.2016 unsere zwei neuen spendenprojekte sind online! vielen dank für eure hilfe...mehr