tagebuch september 2016

10.09.2016

 

das ganze aktuelle team trifft sich auf dem flughafen kloten. alle? leider fehlt ruben. Wegen eines krankheitfalles in der familie muss er kurzfristig passen, was wir alle sehr bedauern.
bis über das erlaubte sind wir alle vollbepackt mit material für das spital in ifisi im allgemeinen und unseren einsatz im speziellen. konkret sind das 2x23kg pro person und zusätzlich handgepäck. sieses wird zum glück nicht gewogen... der flug ist angenehm und ereignislos. angekommen in dar es salaam wollen die zollbehörden uns durchsuchen. das viele metall auf dem detektor hat sie aufgeschreckt. eine kurze diskussion und erklärung später lassen sie uns ohne kontrolle passieren. lydia holt uns ab und bringt uns mit sack und pack in ein hotel in der nähe. Vier stunden schlaf und wir müssen weiter.

 

 

11.09.2016

 

das erneute einchecken bei fastjet für den inlandflug ist wesentlich mühsamer. auch die waage lässt sich nicht so einfach austricksen wie früher. das übergepäck kostet uns einiges an aufpreis. schon um 0800h sind wir am songwe airport amgekommen und werden von susi und njenje freudig begrüsst. es braucht drei landrover um uns und unsere "mitbringsel" zu transportieren. wir beziehen nach einer kurzen fahrt unsere zimmer und nach einem guten frühstück sind wir schon am morgen im spital. wir machen eine kurze führung für die neulinge, verpuffen das nötigste material und beginnen gleich in zwei teams mit je einem chirurgen, anästhesisten und lokalen personal zum übersetzen und erklären. die männer ward ist schon ziemlich gut belegt mit frischen frakturen. ein 35jähriger mann wartet nur darauf endlich operiert zu werden: beide oberschenkel und ein unterschenkel sind zum teil mehrfragmentär gebrochen. ein anderer hat eine offene fussverletzung, einen gebrochenen oberarm und als supplement auch noch einen verschobenen schenkelhalsbruch. dieser wäre in der schweiz einfach und schnell zu versorgen mit einem extensionstisch, röntgen im op um in "real time" alles zu sehen und zu kontrollieren und natürich einem nagelsystem, welches über nur drei kleine schnitte eine stabile osteosynthese ermöglicht. leider haben wir von dem gar nichts und es braucht zuerst einige zeit um in  unserem metallager, eine alternative lösung zu finden. wir finden eine winkelplatte, die länge sollte passen. in den 70er jahren war das bei uns recht verbreitet, allerdings mit röntgen...
in der zwischenzeit sieht flo mit seiner crew wesentlich mehr patienten als er erwartet hatte, fast alles brandverletzte im alter zwischen 5- und 73 jahren mit bis zu 35% tief verbrannter körperoberfläche. in der schweiz werden solche patienten nur im usz und in lausanne behandelt oder im kinderspital. In den kommenden zwei wochen sollen diese nun in zum teil mehreren Sitzungen, mit eigener spalthaut gedeckt werden. am abend sind alle hundemünde und gespannt auf den ersten op-tag.

 

12.09.2016

 

heute nun folgt der erste tag im op. zwischen den operationen sehen wir immer wieder neue patienten, welche geduldig auf uns warten. wir haben uns für die erste woche aufgeteilt, die wiederherstellungsspur fahren florian und steffi mit martin als anästhesisten. danny anästhesiert die patienten auf der traumaspur, operieren tun christoph und dr. kimaro, der ehemalige chefarzt von ifisi. dieser wäre eigentlich bereits pensioniert, macht nun aber auch ohne chefrolle als chirurge weiter. ein grosser gewinn für das spital und die patienten hier! am instrumentiertisch steht  njenjema, ebenfalls ein einheimischer altbekannter. doch es gibt auch negatives zu berichten: wir haben keine elektrokoagulation zur verfügung, alle geräte sind defekt. das heisst für uns blutstillung auf die alte art: ligieren und komprimieren... Zudem hat es nur einen kompressor, flo kann also mit seinem dermatom keine haut entnehmen wenn wir im nachbarsaal bohren sollten. eine gute koordination der eingriffe und zeiten ist gefragt. zudem sind keine "sign nägel" mehr da. diese wurden gebraucht und weil nichts registriert worden  ist, ist natürlich kein ersatz gekommen. offenbar hat ein chirurge aus dem "regierungsspital" das zu verantworten. wir werden versuchen das programm wieder in gang zu bringen, für unsere zeit hier wird es aber sicher nicht mehr reichen. das ist sehr schade, denn einige patienten hätten stark von so einem nagel profitiert, nun müssen wir diese schaftfrakturen halt mit platten stabilisieren...
die winkelplatte ist gleich eine richtige challenge für den ersten tag. bevor wir anfangen konnten, hat njenjema die platte noch im dorf auf die gewünschte länge zusägen lassen bevor er sie aufsterilisiert hat. die op ist dann gut verlaufen obwohl erst das röntgenbild nach einigen tagen zeigen wird, ob auch alles wirklich so steht und liegt wie erhofft und gewünscht...
noch am sonntag haben wir hier silas bänziger angetroffen, ein medizinstudent, der hier seinen zivildienst macht. sofort wird er eingeschworen und engagiert, wir können ihn vor allem im op sehr gut gebrauchen! welcome to the team, silas!
wir sind schon fast auf dem nachhauseweg als wir in die outpatient clinic (ambulatorium) gerufen werden. ein junger patient hat sich bei einem töffunfall einen offenen unterschenkelbruch auf mehreren etagen zugezogen. Einen op haben wir nicht mehr zur verfügung, so richten wir die brüche grob und ohne Schmerzmittel ein, reinigen und verbinden die offenen wunden und fixieren das ganze mit einer dachlatte, karton und binden. wir setzen den unglücklichen auf antibiotika und buchen ihn auf den ersten platz im op am nächsten morgen.

 

13.09.2016

 

der zweite op tag. wir haben uns nun langam organisiert und den patienten soweit als möglich op-termine auf einem masterplan zugewiesen. natürlich müssen wir genügend reserve einbauen, denn es werden sicher im verlauf noch schwere fälle auftauchen, welche dringend operiert werden sollten.
und so operieren wir nun gleich als erstes den jungen mann mit den offenen brüchen auf mehreren etagen des schienbeines. das bruchmuster macht einen externen fixateur nötig, welchen wir vom oberschenkel bis zum fersenbein ziehen müssen um genügend stabilität zu erreichen. sieht ziemlich abenteuerlich aus das ganze... flo und sein team sind schwer beschäftigt. seine deckungen sind mühsam, sehr aufwändig und belastend für die eh schon kompromittierten patienten.
am abend hat martin noch einen grosseinsatz, welcher ihn schwer an eine frühere mission (siehe mission 2015) erinnert: ein kleiner junge hat diesmal eine münze verschluckt. diese steckt irgendwo in der kehlkopfregion fest und kann glücklicherweise gut von ihm geborgen werden. so etwas kann richtig böse enden...

 

 

14.09.2016

 

während das wiederherstellungsteam schon am frühen morgen mit visite und operieren beginnt, fahren danny und christoph mit dem neuen chefarzt martin nach mbeya ins referral hospital. silas kommt auch mit. wir wurden gebeten uns einige patienten anzuschauen. obwohl das 470 bettenspital eines von nur vier zentrumsspitälern in ganz tansania ist, haben sie seit monaten keinen chirurgen, der frakturen operieren kann, von orthopädischen wahleingriffen ganz zu schweigen...
wir sehen einige patienten, die meisten mit oberschenkelbrüchen welche mittels traktion behandelt werden. auch zwei ältere frauen mit brüchen im bereich des schenkelhalses werden uns vorgestellt. was bei uns ein routineeingriff wäre, ist hier nur ungleich schwieriger möglich. durch das schon lange liegen ist auch der allgemeinzustand so schlecht, dass danny leider die beiden frauen ablehnen muss. mit unseren mitteln sind sie leider nicht operabel.

hier muss für alles cash bezahlt werden. eine plattenosteosynthese am oberschenkel würde -wenn sie dann einen chirurgen hätten - pro schraube 8000 tsh (tansanische schillinge, 1.0 sfr= 2200 tsh) und die platte 100'000 tsh kosten, zusammen also rund 180'000 tsh in etwa. zum vergleich: ein durchschnittsmonatslohn für einen landarbeiter beträgt zirka 30'000 tsh. und das nur für die hardware, man rechne...
wir übernehmen drei patienten, die wir in den nächsten tagen operieren werden. nach 10:00h sind wir wieder zurück und fangen an zu operieren.

 

15.09.2016

 

inzwischen ist im op schon fast routine eingekehrt. die afrikaner sind nicht mehr gleich nervös wenn wir ungeduldig werden, wenn nicht schon um 0800h schnitt ist, und wir werden inzwischen auch nicht mehr gleich ungeduldig, hakuna matata...
trotzdem sind wir heute sehr speditiv unterwegs und wir bringen das ganze programm bis am abend durch- inklusive visite und sprechstunde "zwischendurch". heute haben wir auch angefangen die mitgebrachte schoggi zu verteilen. die freude und begeisterung unter den op mitarbeitern war gross!

ein 57 jähriger patient mit grossen verbrennungswunden mit total 35% der körperoberfläche, welche nun schrittweise mit spalthaut gedeckt werden, war vor allem für das anästhesieteam eine grosse herausforderung: da die verbrennung des patienten schon mehrere wochen alt und bisher nur verbunden und nicht mit haut gedeckt wurde, hat sich der allgemeinzustand mit einem grossen eiweissmangel und muskelschwund immer mehr verschlechtert.
heute wurden auch zwei weitere patienten operiert mit kontrakturen (narbensträngen) nach verbrennungen. diese kontrakturen können je nach lokalisation massive bewegungseinschränkungen verursachen. mit aufwändigen plastischen eingriffen kann hier die beweglichkeit oft wieder verbessert werden.
das traumateam hatte heute mit der üblichen vielfalt zu tun: kindliche Knochenbrüche, chronische infekte mit nicht verheilten brüchen und auch ein frisch gebrochener oberarm war heute auf dem programm. das erste mal haben wir mit dr. kimaro eine "lcp" eingesetzt: eine moderne technologie mit schrauben, welche nicht nur im knochen sondern auch in der platte selbst halt finden und deshalb vor allem bei schwierigen verhältnissen die stabilität des ganzen konstrukts verbessern kann.

 

 

16.09.2016

 

heute war der wohl bisher strengste tag für alle beteiligten dabei haben wir nicht einmal alles wie vorgesehen operieren können. einer der patienten aus dem mbeya referral hospital, der wegen einem oberschenkelbruch zu uns verlegt wurde, hatte heute mittag noch gegessen und war nicht nüchtern. dafür mussten wir notfallmässig einen 4jährigen jungen operieren, welcher heruntergefallen und sich eine perforationsverletzung im bauchraum mit herausquellendem dünndarm zugezogen hat. dr. kimaro hat den kleinen gleich zusammen mit christoph in den op genommen und operiert. noch mehr betrieb hatte heute elvire und unsere anästhesisten. gleich zwei neugeborene mussten sie heute kurz nach kaiserschnitt wiederbeleben, beide erfolgreich. ja wirklich daneben, also im gleichen saal haben dabei flo und stefi ihr plastisches proramm abgespult ohne sich gross von der hektik stören zu lassen. So haben sie eine brandverletzte hand rekonstruiert damit sie wenigstens wieder für einfache greiffunktionen benutzt werden kann und bei einem weiteren patienten einen weichteildefekt am knie mit einem muskellappen gedeckt.
im traumasaal war vor allem ein patient spannend mit einem fehlverheilten unterschenkel welcher in einer fehlstellung von etwa 70 grad stand. ohne die richtigen instrumente und ohne röntgen im op war das ein sehr aufwändiges und improvisiertes unterfangen dieses bein wieder zu richten. am schluss waren alle mit dem resultat sehr zufrieden, jetzt muss es nur noch heilen...
 

 

17.-19.09.2016

 

das wochenende verbringen wir in matema am malawisee. die pause tut gut, vor allem wahrscheinlich auch dem einheimischen opsteam. dieses ist es sich nicht gewohnt drei säle auf einmal in hoher intensität zu bedienen. normalerweise laufen in einem saal regelmässig und viele kauserschnitte, die eigentlichen chirurgischen op säle sind jedoch deutlich weniger genutzt. dies ist in den zwei wochen, in denen wir da sind, ganz anders. es sind aber nicht nur die operationen selber, auch das ganze frumherum ist sehr arbeitsintensiv. das waschen der op tücher, das ordnen und sterilisieren der verschiedenen instrumentensiebe usw.m das alles braucht viel zeit.

mot einem grossen landrover werden wir von zacharias, einem von markus lehner's fahrern, nach matema chauffiert. die fahrt is fast noch schöner als matema selber... wir folgen der alten deutschen kolonialstrasse an vielen dörfern vorbei. der pass ist ungefähr 2000m hoch, daanach fällt das land langsam bis gegen den malawisee auf etwa 500m ü.m. ab. dazwischen durchquert man verschiedene vegettionszonen und kulturlandschaften. alle sind begeistert. inmatela angekommen, glaubt man sich am meer. kein wunder, der malawisee ist fast 600km lang und bis 80km breit. der sandstrand ist fein und flach abfallend, das wasser warm. auf einer kleinen exkursion suchen wir noch hippos und krokodilem finden aber nur deren spuren. trotzdem, die pause ist sehr erholsam und mit grossem elan geht es in die zweite woche. vorher gilt es aber noch danny adieu zu sagen. er tritt nach einer woche die heimreise an. wir werden ihn vermissen, mit seiner professionalität, seiner grossen empathie und elan hat er dem team sehr gut getan. wir hoffen sehr, das ist nicht der letzte einsatz für und mit danny!

 

20.09.2016

 

weiter geht es in ifisi. diese woche haben wir schon viele operationen geplant, es kommen aber ständig neue patienten dazu und immer wieder warten vor dem op weitere auf unsere hilfe. wir haben anfangen müssen prioritäten zu setzten. wir können unmöglich alle operieren. bei den einen fehlt uns die expertise (zb. kinderorthopädische probleme), andere können wir aus zeitlichen und/oeder technischen grpnden in der verbleibenden zeit nicht genügend abklären und natürlich gilt es dringliche und schwere problme von weniger akuten und schweren fällen zu trennen. das dann den patienten zu erklären, ist nicht immer einfach. doch es gibt nicht nur arbeit im op, auch die verbandswechsel bei den hauttransplantierten patienten brauchen enorm viel zeit und oft auch anästhesiologische unterstützung.

heute haben wir auch unseren ersten patienten aus dem referral hospital aus mbeja operiert. bis zu unserer abreise folgt nun jeder tag ein weiterer. martin, der nun nach der abreise von danny voll am rotieren ist, kann auf die hilfe von elvire zählen. meist klärt sie die neuen patienten selber bezüglich operationsrisiko ab um so martin den rücken frei zu halten. martin versucht möglichst oft, falls möglich teilnarkosen (spinalanästhesien) zu machen. so können wir schneller wechseln und unseren täglichen workload auch mit einem "eigenen" anästhesisten hoch halten. natürlich wird martin auch vom lokalen anästhesieteam tatkräftig unterstützt, diese sind aber halt auch häufig bin den bereits erwähnten zahlreichen kaiserschnitten beschäftigt. 

stefi hat heute viele instrumente sortiert und neue sets zusammengestellt mit hilfe vom einheimischen op team. das ist eine wichtige arbeit, denn je kompletter die sets sind, desto weniger müssen fehlende instrumente gesucht und weitere sets aufgerissen und dann wieder mühsam verpackt und aufsterilisiert werden.

 

21.09.2016

 

heute hat unser wiederherstellungsteam den bisher mit abstand jüngstenpatienten operiert. der unglückliche kleine 2 1/2 jährige junge hat sich vor wenigen tagen den arm, rücken und gesäss mit heissem wasser verbrüht. zusammengezählt machen diese tiefen verletzungen zirka 35% der körperoberfläche aus. was schon für einen erwachsenen menschen sehr viel ist, zählt bei so einem kind mit nur etwa 11kg körpergewicht umso schwerer. was für den wiederherstellungschirurgen eine herausforderung darstellt, ist für den anästhesisten her eine gratwanderung und würde bei uns zwingend auf der intensivstation behandelt. hier haben wir nicht mal einen aufwachraum...

unser op-programm ist mehr als voll für die restlichen tage und wir müssen nun auch prioritäten setzen. das ist zuweilen hart aber unsere zeit hier ist beschränkt. 

am abend kommt markus lehner vorbei zum abendessen und er erzählt viele seiner geschichten. er berichtet von persönlichen erlebnissen mit okkultismus, vom heiligen berg, von einer höhle mit elfenbein, von einem geschützten bezirk, wo auch ein erfahrener jäger nicht trifft und ... man spürt in seinen erzählungen seine verbundenheit  mit den menschen und dem land, in dem sie leben.

 

 

22.09.2016

 

heute ist eigentlich ein normaler operationstag für beide teams. so war es mindestens geplant... doch das traumateam erlebt eine böse überraschung: heute ist einer der von mbeya transferierten patienten dran. als wir in ihm referral hospital sahen wurde uns der zirka 40 jährige mann als frisch verletzter mit einem oberschenkel- und oberarmbruch vorgestellt und die entsprechenden unfallröntgenbilder gezeigt. nun am vorabend spät angekommen, hat er keine röntgenbilder dabei, wir bekommen sie dann digital aufs mobile geschickt, also superklein und ohne seitenangabe. wir müssen also kurz vor der op am morgen noch nachröntgen und zu unserer überraschung zeigen sich die oberarm- und oberschenkelfrakur zwar in einer leichter fehlstellung, dafür aber schon fast knöchern durchgebaut... also nichts zu operieren, diese brüche müssen erfahungsgemäss an die zwei monate alt sein, also nichts mit frisch! so merkt man wieder wie schwer die kommunikation ist, wenn man die sprache selber nicht spricht und auf drittpersonen angewiesen ist. dafür zeigen die röntgenbilder einne vorher nicht bekannten verrenkungsbruch des sprunggelenkes. dieser ist unter einem dicken gips versteckt und nach abnahme dessen zeigen sich desolate weichteile... auch hier ibt es für uns leider nichts zu verbessern. darum starten wir dann mit einer gehörigen verspätung im ops, können den freigewordenen op slot aber sogleich mit einem anderen wirklich frisch verletzten patienten füllen - that's Africa!

 

23.09.2016

 

heute freitag ist unser letzter richtiger op-tag. für samstag haben wir nur noch platz für dringende und akute fälle freigehalten, ein volles programm wird das nicht mehr werden. dementsprechend sind alle noch einmal richtig motiviert für den endspurt. wir operieren zum abschluss noch eine frau mit einer grossen schilddrüse. sie hat schluck- und vor allem atembeschwerden, so dass wir mit der op nicht bis zum frühjahr zuwarten wollten. die operation verläuft technisch eigentlich wie in der schweiz, nur halt mit schlechtem licht, viel weniger instrumenten, ohne nervenstimulator und vor allem ohne die schönen und nützlichen gadgets zu blutstillen, welche wir in der schweiz so schätzen... die etwas grösseren blutgefässe müssen hier halt alle mit viel geduld (christoph's spezialdisziplin) ligiert (abgebunden) werden. zudem behelfen wir uns mit sehr warmem wasser. die op-tücher werden so nass und warm in die wunde gelegt und so erreichn wir eine schonende und gute blutstillung. immer wieder wird der ort der präparation mit diesen tüchern abgestopft und an einem anderen ort weiteroperiert, so kann eine effektive blutstillung erreicht weden. am schluss können wir die ganze schilddrüse in einem stück mit einem gewicht von 400g entfernen und die wunde schliessen. 

Flo macht heute noch den verbandswechsel bei dem 2 1/5 jährigen jungen mit den schweren verbrennungen. es geht im inzwischen viel besser und er scheint über dem berg zu sein. dabei machten sich martin und flo anfänglich doch beträchtliche sorgen ob das gutgehen würde... alle sind sehr glücklich und zufrieden für den jungen!

am abend kommen dann alle zum traditional swiss dinner. es gibt gehacktes mit hörnli und apfelmus. das ist eine eher ungewöhnliche sache für die afrikaner. aber nach anfänglicher skepsis lassen sie es sich schmecken und das hackfleisch ist schnell aufgegessen. mit den hörnli haben wir es hingegen zu gut gemeint, da bleibt viel übrig. es werden wieder einige reden gehalten und bilanz gezogen, geschenke verteilt und alle hoffen auf ein wiedersehen. die zum schluss auf den tischen verteilten schöggeli sind in rekordzeit verschwunden...

 

24.09.2016

 

heute ist unser letzter tag im spital. flo macht noch eine kleine operation und wechselt noh einige veerbände bei brandverletzten mit seiner gruppe während das traaumateam noch einen unterschenkelbruch (unter narkose) eines 8 jährigen mädchens geschlossen einrichtet und in einem gips ruhigstellt. sonst wird alles material zusammengesucht, eingepackt und natürlich noch einmal eine ausführliche visite gemacht. wunden und verbände werden kontrolliert und die weitere behandlung noch einmal erklärt, abgesprochen und schrftlich fixiert. es geht allen patienten gut und soweit wir es aktuell überblicken, hinterlassen wir keine probleme für unsere kollegen. während unserem aufenthalt hat sich die liste mit patienten, welche in zukunft noch operiert werden sollten, laufend verlängert. wir haben einige grosse schilddrüsen gesehen, fehl- oder gar nicht verheilte knochenbrüche, jede menge kontrakturen und auch viel potentielle arbeit für einen kinerorthopäden.

martin und christoph treffen sich noch mit dr. martin, dem medical officer in charge. der einsatz wird besprochen und das weitere procedere festgelegt. wir diskutieren die zukunft der chirurgie hier am intensivsten. eine nachfolge für dr. kimaro sollte dringend gesucht und frühzeitig aufgebaut werden. da sind sich alle einig. vorerst werden wir es bei zwei einsätzen pro jahr belassen, ein eher viszeral orientiertes team im frühjahr und ein traumatologisch-orthopädisch- plastisch ausgerichtetes team im herbst. laszlo hat für seine gruppe ja bereits einen termin im märz festgelegt.

am schluss verabschieden wir uns noch herzlich von den einheimischen freunden im op, das obligate gruppen foto wird noch geschossen und letzte schokoladen verteilt.

als christoph aus dem op tritt, wartet noch eine grosse überraschung auf ihn: auf dem bänkli, auf dem sonst  unsere ambulanten patienten oft stundenlang ausharren müssen, wartet jacky. er ist inzwischen 8 jahre alt. vor  drei jahren haben wir ihn wegen schweren verbrennungen am oberkörper behandelt. er ist auch der junge, der seinen freund samweli in den op begleitet und in op-kleidern auf ihn gewartet hat direkt vor dem op-saal. die entsprechenden bilder sind immer noch auf der titelseite unserer website. er war in jenen zwei wochen oft bei uns. vor allem tina ist er damals kaum von der seite gewichen. es geht ihm sehr gut, er lebt bei seiner grossmutter, geht in die schule und scheint ein sehr heller kopf zu sein. er spricht schon ganz passabel englisch und wir unterhalten uns eine weile. immer wieder fragt er nach tina...es ist schön zu sehen wie gut es ihm geht, ein richtiger aufsteller!

am abend folgt dann noch das schon fast legendäre abschiedsessen auf dem cliff von ilota. beim bbq mit antilopenfleisch und warthog übertrifft sich markus wiedereinmal selber! der sonnenuntergang ist herrlich. die passende umgebung um unseren einsatz abzuschliessen.

 

 

25.09.2016

 

und nun reisen wir also ab. die einen gehen noch in den ruaha für eine safari, die anderen machen sich auf den heimweg in die schweiz. die zeit hier war intensiv und anstrengend, vor allem aber auch sehr befriedigend, wir alle reisen mit einem guten gefühl ab, voll mit eindrücken von unseren patienten, unseren freunden hier vor ort und dem land als ganzes. asante sana und bis zum nächstenmal!

 

 

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1.12.2018 weihnachtsmarkt in wipkingen ein voller erfolg! was ging ab...

30.11.2018 und schon wieder ein vortrag. diesmal erwischts die landfrauen in hombrechtikon am mittwoch, 5.12.2018.

schubi spricht...

29.11.2018 jetzt ist er endlich da: der flyer. gedruckte exemplare können bei lászló vereb oder christoph schubert bestellt werden. insider können sich die vorlage runterladen und anschaun.

21.11.2018 auch dieses jahr wieder: öffentlicher fotovortrag im spital bülach am 29.11.2018. hier ist der flyer

10.11.2018 das team für den herbsteinsatz ist abgeflogen. über die täglichen erlebnisse berichten wir im aktuellen blog...

30.05.2018 endlich haben wir das promo video von michael auf unserer webseite veröffentlichen können. es gibt in 02:56 minuten einen kurzen einblick in unsere aktivitäten. schau rein ...

24.03.2018 am samstag, den 07.04.2018 findet die gv und unser jahrestreffen statt. zur planung ist eine anmeldung erforderlich. weitere details findet ihr hier...

23.03.2018 unser anästhesist christoph schubert ist auch buchautor.  wer gerne brass musik hört und bei witzigen schwarz humorigen geschichten schmunzeln will, der soll sich den  25.03. 2018 dick in die agenda eintragen! hier mehr...

06.03.2018 direkt zum tagebuch märz 2018...lesen sie, wie sich das team auf den einsatz vorbereitet und begleiten sie uns virtuell mit nach afrika...zum blog

01.03.2018 im frutigländer wurde ein artikel über den einsatz von marika schmidt im speziellen und unser projekt im allgemeinen publiziert. hier gehts zum zeitungsartikel...

17.02.2018 das team für den spring einsatz 2018 hat sich formiert und macht sich bereit. mehr hier...

03.12.2017 gestern fand der traditionelle weihnachtsmarkt statt. auch wir waren dabei ...

28.10.2017 nun ist es soweit: das herbstteam 2017 setzt sich in marsch. alles weitere im aktuellen blog hier...

10.10.2017 bald ist das fellowship für die zwei gäste aus tanzania vorbei. hier geht es zu ihrem "abschiedsbrief":

03.09.2017 nun sind sie da! heute morgen früh sind dr martin mbwile und sein kollege dr. jacob mbembela in zürich kloten gelandet für ihr mehrwöchiges fellowship im waidspital. hier geht's direkt weiter zum blog...

25.08.2017 auch dieses jahr möchten wir unseren gästen aus tanzania einiges über uns und unser land zeigen. wer sich weiter darüber informieren und mitmachen will, klickt hier und ab geht's zum doodle...

24.08.2017 im der aktuellen ausgabe vom virus, der personalzeitung des des spitals bülach ist ein interessanter artikel über die erfahrungen von caterina bezüglich der geburtshilfe in ifisi erschienen. hier geht's direkt zum artikel...

25.08.2017 am 03. september ist es soweit, dr. martin mbwile und dr. jacob mbembela werden in kloten landen um sich im rahmen eines fellowships unseres projektes einige wochen in schweizer spitälern gezielt weiterzubilden. mehr dazu findest du hier...

15.06.2017 am 5. juli werden lászló veréb und stefan christen einen fotovortrag im waidspital halten. so sieht's aus...

26.04.2017  der verein ist online! anmeldungen für mitglied- und gönnerschaften werden ab sofort entgegengenommen. da geht's lang...

23.04.2017  jetzt ist's offiziell: seit heute ist "zurich-meets-tanzania" ein verein...mehr

25.03.2017 happy landing! spring team ist wieder da. alles ok! hier sind die bilder...

05.02.2017  das spring team hat sich formiert und rollt richtung startlöcher...mehr

27.11.2016 unsere zwei neuen spendenprojekte sind online! vielen dank für eure hilfe...mehr